
BIG ART realisiert Kunst & Bauprojekte und trägt die Verantwortung
für den Kunstbestand in den Gebäuden der BIG. Mit zunehmenden Sanierungen und Erweiterungen der Gebäude, wie auch mit der
Verknappung des Raumes wird die Frage, wie in Zukunft diese Artefakte erhalten werden, immer virulenter. Die BIG versteht
diese Problematik als eine der kulturellen und auch gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Gegenwart und diskutiert
gemeinsam mit Expert:innen aus unterschiedlichen Fachbereichen, welche strukturellen Bedingungen notwendig sind, die gleichzeitig
den notwendigen Handlungsspielraum für das Bewahren wie für das Neue gewährleisten.
Im Konkreten geht es dabei
um Fragen der Betreuung und Erhaltung sowie Archivierung und Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum. Welche Formen der
Archivierung könnte es geben, und wo braucht es völlig neue Ideen und andere Konzepte? Wie sollen und können in der Zukunft
Kunstwerke, die für öffentliche Gebäude geschaffen wurden, verwaltet, erhalten und präsentiert werden? Was kann und soll in
welcher Form bestehen bleiben?
Internationale Expert:innenZu all diesen Fragen, die eng
mit dem kulturellen Selbstverständnis unserer Gesellschaft verknüpft sind, referieren u. a. die internationalen Expert:innen
Jakob Helmut Deibl (Universität Wien), Uta Hassler (em. Professorin für Architektur, ETH Zürich), Cathrine Mellander Backman
(Swedish National Heritage Board), Linus Neumann (Chaos Computer Club), Henrik Orrje (Public Art Agency Sweden), Katrina Petter
(Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich) sowie Hans Ulrich Reck (em. Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln).
Die Moderation übernimmt die Kunsthistorikerin und freie Kuratorin Claudia Büttner, die als Expertin für öffentliche
Kunst u.a. als Gutachterin für das Deutsche Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtplanung tätig ist.
Projektpräsentation
und AusstellungProjekte von Studierenden, die im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Sammlungen und Archive – Vom
Umgang mit den Dingen“ (Lehrende: Georgia Holz) und „Urban Explorations“ (Lehrende: Jeanette Pacher) der Abteilung Ortsbezogene
Kunst (Leiter: Paul Petritsch) begleitet wurden
Mit Beiträgen von Rosa Andraschek, Christian Christiansen, Gregory
Desneux, Oskar Enetjärn, Lara Erel, Kim Gubbini, Natalia Gurova, Konstanze Horak, Bart Houwers, Yu Isogawa, Elizaveta Kapustina,
Emma Kaufmann-LaDuc, Ana Mumladze, Miki Okamura, Michael Plessl, Felix Schwentner, Julian Siffert, Sissi Petutschnig, Ilena
Sophia Trump, Mariya Tsaneva, Anna-Sophia Unterstab, Tsai-Ju Wu
HybridveranstaltungAlle
Vorträge und Diskussionen sind vor Ort sowie via Live-Stream zugänglich.
Die Ergebnisse werden nach der Konferenz
online veröffentlicht.
Überblick Inhalte der Vorträge
(Reihenfolge entsprechend Abfolge der Vorträge)Zum Auftakt stellt Katrina Petter (Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich) die fundamentale Frage, inwieweit Transformation
in Kunstprojekten im öffentlichen Raum per se eingeschrieben ist. Welchen Einfluss hat der Wandel der örtlichen Umgebungen
auf den Kontext von Kunstwerken im öffentlichen Raum?
Henrik Orrje (Public Art Agency Schweden) geht auf Kunst
am Bau als kulturelles Erbes im 20. Jahrhundert ein und erörtert die damit verbundenen Herausforderungen in Bezug auf Konservierung
und Dokumentation. In Zusammenarbeit mit dem Swedish National Heritage Board hat er einen richtungsweisenden Report („Awareness-raising
measures for the management of public art as part of the cultural environment“) zusammengestellt.
Cathrine Mellander
Backman (Swedish National Heritage Board) entwickelt vor dem Hintergrund architekturgeschichtlicher Forschung mögliche Evaluationskriterien
von gebäudebezogener Kunst in Bezug auf ihren Status als Kulturerbe.
Die auf Bauforschung spezialisierte Architektin
und Denkmaltheoretikerin Uta Hassler (em. Professorin am Department Architektur der ETH Zürich) thematisiert das „Erhaltungsparadoxon“,
das aus der Kopplung von Kunst an die beschleunigten Haltbarkeitszyklen der Bauwerke resultiert.
Jakob Helmut Deibl
(Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Wien) geht der Bedeutung von „Erhalten“ und „Abschied-Nehmen“ als Modi der
Kunst bzw. der Kunstwerke selbst nach und kommt zum Schluss, dass die Auseinandersetzung mit Kunstwerken eine lineare Zeitvorstellung
in Frage stellt.
Brisante grundsätzliche Fragen nach dem Wert und der Wertlosigkeit von Kultur und Schaffen stellt
Linus Neumann. Er ist Hacker und Sprecher des Chaos Computer Clubs, der größten europäischen Hackervereinigung, die sich als
Vermittlerin im Spannungsfeld digitaler und sozialer Entwicklungen sieht.
Der Philosoph und Kunsthistoriker Hans
Ulrich Reck (em. Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln) überlegt, was immobile Kunst mit oder gegen die herrschende Archiv-
und Datenüberfülle macht, ob sie die bisherigen bewährten Speicher überhaupt noch braucht oder ob sie vielmehr als „stets
radikalisierte Avantgarde“ nicht ein ephemeres Ereignis bleibt.
Das gesamte Programm finden Sie unter:
www.big-art.at/konferenz/programmLivestream: https://www.big-art.at/konferenz
Referent:innen
(in alphabetischer Reihenfolge)Jakob Helmut Deibl, Assistenzprofessor für Religion und
Ästhetik an der
Katholisch-Theologischen Fakultät / Forschungszentrum „Religion and
Transformation in Contemporary
Society“, Universität Wien
Uta Hassler, Architektin und em. Professorin für Architektur, ETH Zürich
Cathrine Mellander Backman, leitende Beraterin im Fachbereich Cultural
Environment des Swedish
National Heritage Board
Linus Neumann, Hacker, Sprecher des Chaos Computer Club
Henrik
Orrje, Leiter der Abteilung für Betreuung, Sammlung und
Administration, Public Art Agency Sweden
Katrina
Petter, Leiterin Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich
Hans Ulrich Reck, Philosoph
und Kunstwissenschaftler, bis 2019 Professor
für Kunstgeschichte im medialen Kontext und bis 2020 Rektor der
Kunsthochschule
für Medien Köln
ModerationClaudia Büttner, Kunsthistorikerin und
freie Kuratorin, München
Mit Beiträgen von Studierenden
der Abteilung Ortsbezogene Kunst (Leitung: Paul Petritsch) der Universität für angewandte Kunst Wien (Lehrende: Georgia Holz
und Jeanette Pacher)
Alle
Vorträge und Diskussionen sind vor Ort als auch via Live-Streaming zugänglich.