In Zeiten, in denen "alternative" Fakten anstelle tatsächlicher Fakten den öffentlichen Diskurs zu
bestimmen drohen, ist eine Auseinandersetzung mit Fragen der Narration umso wichtiger: Wie wird / ist Wissen verfasst, das
als sogenannte "objektive" Basis dient? Was bedeutet Recherche innerhalb der eigenen künstlerischen Praxis? Lässt sich
das Verhältnis von Faktum und Dramaturgie in einer produktiven Weise kollektiv entwickeln?
Die Gesprächsreihe
GEFÜHLTE FAKTEN nähert sich emotionalisierten Debatten als Dialog zwischen Wissenschaft und Literatur und sucht nach
Möglichkeitsräumen, die durch das Teilen der jeweiligen Perspektive und das Entwickeln einer kollektiven Sichtweise entstehen
können.
Ausgangspunkt für die Gespräche mit geladenen Vertreter*innen aus unterschiedlichen Disziplinen sind für
das jeweilige Thema relevante
Publikationen der Angewandten.
GEFÜHLTE FAKTEN 2026/27:GEFÜHLTE FAKTEN #5Geteilte
Verantwortung?
Über institutionelle Rollen im Umgang mit Exil und VertreibungDonnerstag,
22. Oktober 2026 – 18 UhrUniversität für angewandte Kunst Wien
Auditorium
Vordere Zollamtsstraße
7
1030 Wien
MitAmir Gudarzi,
Yama Rahimi,
Maryam Shahidifar
und
Stefanie Kitzberger
Moderiert von Matthias Seier sowie live grafisch dokumentiert von Laurens Seemann
Angelehnt an die Publikation
Unwritten
Biographies – Brüche und Kontinuitäten. Künstler:innen der Angewandten Wien 1933–1955
Bernadette Reinhold (Hrsg.)
Edition Angewandte, De Gruyter 2026
BIOGRAFIENAmir Gudarzi ging
auf die damals einzige Theaterschule im Iran und studierte danach szenisches Schreiben. Seit 2009 lebt er in Wien, wo er als
Autor arbeitet. 2021 erhielt den Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, 2022 wurden ihm der Kleist-Förderpreis für
junge Dramatiker*innen und der Christian-Dietrich-Grabbe-Preis verliehen. In der Spielzeit 2023/24 war er Hausautor am Nationaltheater
Mannheim. Sein Roman
Das Ende ist nah erschien 2023 bei DTV; dafür erhielt er 2024 den Hermann-Hesse-Förderpreis.
Die Uraufführung der Bühnenfassung in der Saison 2025/26 entstand am Schauspielhaus Wien in Koproduktion mit dem TEATA; die
deutsche Erstaufführung wird im Dezember 2026 in Essen zu sehen sein.
Yama Rahimi ist ein afghanischer
Kurator, Künstler und Aktivist mit Sitz in Deutschland. Er studierte Filmregie an der Fakultät für Bildende Kunst der Universität
Kabul. In seiner künstlerischen und kuratorischen Arbeit beschäftigt er sich mit Erinnerung, Identität, Zensur, Vertreibung
und politischer Gewalt. Als Gründer und Executive Director der Freedom Canvas Initiative sowie als Case Manager bei der Artistic
Freedom Initiative unterstützt er gefährdete Künstler und Kulturschaffende bei Resettlement, rechtlichen Verfahren und neuen
Perspektiven. Seine Arbeit verbindet künstlerische Praxis mit institutioneller Verantwortung und Solidarität.
Maryam
Shahidifar ist eine iranisch-österreichische und aktuell in Wien lebende multidisziplinäre Künstlerin, Archivarin
und Sozialpädagogin. Sie studiert an der Universität für angewandte Kunst Wien und an der Wiener Psychoanalytischen Akademie.
In ihrer Arbeit erkundet sie marginalisierte Körper und Migrationserfahrungen im gesellschaftspolitischen Kontext, geprägt
von Kunsttheorie, Black-Queer-Theorie und Diskursen sozialer Gerechtigkeit. Zunehmend widmet sie sich der Diaspora sowie dem
Zusammenspiel von Psychoanalyse und der Verkörperung biografischer Erfahrungen. Ausgehend von ihrem iranischen Hintergrund
untersucht sie Wahrnehmung, Erinnerung und die Spuren dessen, was bleibt oder fehlt.
Stefanie Kitzberger
ist Kunsthistorikerin, Senior Scientist und stellvertretende Leitung von Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte
Kunst Wien.
Sie war 2015 Junior Fellow am ifk Wien/Linz, 2016–2017 Visiting Fellow an der Northwestern University,
Illinois, sowie 2018–2020 Universitätsassistentin an der Abteilung für Moderne und Gegenwart des Instituts für Kunstgeschichte
der Universität Wien. In ihrem Text "Strategien der Ambiguität? Eine unvollständige Biografie Eduard Josef Wimmer-Wisgrills",
erschienen 2026 in der Bernadette Reinhold herausgegebenen Publikation "Unwritten Biographies – Brüche und Kontinuitäten.
Künstler*innen der Angewandten 1933–1955", befasst sie sich mit der Position des Architekten und Modedesigners während des
NS-Regimes zwischen Anpassung und strategischer Opazität.
Matthias Seier (Moderation) studierte
Kultur- und Literaturwissenschaften sowie Soziologie in Dortmund und Athen und ist Dramaturg am Volkstheater Wien. Er arbeitete
u. a. am Schauspielhaus Hamburg und an der Volksbühne Berlin; von ihm betreute Produktionen wurden zum Berliner Theatertreffen
eingeladen.
Laurens Seemann (Graphic Recording) ist Zeichner, Druckgrafiker und Buchkünstler.
Seit 2021 studiert er in der Klasse für Zeichnung und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien, verbrachte
Gastsemester in der Buchkunst-Klasse an der Burg Giebichenstein, Halle (Saale), sowie am Institut für Sprachkunst, Universität
für angewandte Kunst Wien. Seine Arbeiten beziehen sich auf die umgebende Welt. Motive werden isoliert, um ihnen den
Raum zu geben, all ihre Assoziationen und Kontexte zu entfalten. Sie behandeln den Dialog zwischen dem "Selbst" und dem
"Anderen" , die Frage, wie man sich innerhalb einer Welt verortet. Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen wie "Artists
as Indipendent Publishers" im mumok, Wien, und Weserburg, Bremen, oder "Beauty and the Beast" in der Galerie Hilger Ballgasse,
Wien, gezeigt, wie auch auf verschiedenen (Kunst-)Buchmessen.
GEFÜHLTE
FAKTEN #5 in unserem Eventkalender
Die weiteren Folgen 2026/27:
GEFÜHLTE FAKTEN #6Donnerstag, 2. Dezember 2026
GEFÜHLTE FAKTEN #7Donnerstag, 18. März
2027
GEFÜHLTE FAKTEN #8Donnerstag, 22. April 2027
Zeit:
18 Uhr
Ort: Auditorium, die Angewandte
Details zum Programm von GEFÜHLTE FAKTEN #6, #7 und #8 in Kürze
Das waren
GEFÜHLTE FAKTEN 2025/26:
GEFÜHLTE FAKTEN #1
Genre and Species – zu Co-Creation und Alternative Fiction
Donnerstag, 23. Oktober 2025, 18 Uhr
die
Angewandte – Auditorium
Mit
Sonja vom Brocke,
Thomas Köck,
Erzsébet Strausz
und Lucie
Strecker
Moderiert von Matthias Seier
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Informationen zu GEFÜHLTE FAKTEN #1
GEFÜHLTE FAKTEN #2
Über
Gewalt – zur Instrumentalisierung der Diskurse
Donnerstag, 4. Dezember 2025, 18 Uhr
die Angewandte – Auditorium
Mit*
Maria Milisavljević,
Kyra Schmied
und Elana Shapira
Moderiert von Matthias Seier
Mehr Informationen zu GEFÜHLTE
FAKTEN #2
* Die ursprünglich angekündigten Autorinnen Jegana Dschabbarowa und Judith Goetz mussten ihre
Teilnahme krankheitsbedingt leider absagen. Erfreulicherweise konnte stattdessen Kyra Schmied als Teilnehmerin gewonnen werden.
GEFÜHLTE FAKTEN #3
Resonanzen – zu Kunst und Gesellschaft
im Wechselspiel
Dienstag, 17. März 2026, 18 Uhr
die Angewandte – Auditorium
Mit
Lina Hesse,
Luca Kieser,
Dilan Şengül
und JENNY
Moderiert von Lena Wontorra
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Informationen zu GEFÜHLTE FAKTEN #3
GEFÜHLTE FAKTEN #4
Zwischen Glitch und Glättung – zu Politiken des Schreibens im Zeitalter künstlicher Intelligenz
Donnerstag,
23. April 2026, 18 Uhr
die Angewandte – Auditorium
Mit
Paul Feigelfeld,
Juan Guse,
Anouk Luhn
und Jan Svenungsson
Moderiert von Matthias Seier
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Informationen zu GEFÜHLTE FAKTEN #4