Presseinformation zur Ausstellung: We need more than one term for these big things
28.10.2019


Eröffnung: Dienstag, 29. Oktober 2019 um 18 Uhr
Universitätsgalerie der Angewandten im Heiligenkreuzerhof, 1., Schönlaterngasse 5, Stiege 8, 1 OG
Ausstellungsdauer: 30.10. 2019 bis 25.01.2020
(22.12.19 bis 7.1.2020 geschlossen), Mittwoch -Samstag 14 - 18 Uhr
Eintritt frei

Künstler_innen: Lilli Thiessen, Louise Lawler, Trisha Donnelly, Ei Arakawa, Cinzia Ruggeri, Greg Parma Smith, Sophie Gogl, Yasmina Haddad, Andrea Fraser, Tonio Kröner, Bonnie Camplin, Nicole Wermers, Miranda July, Ernst Yohji Jaeger. Kuratorin: Melanie Ohnemus.

Die Ausstellung We need more than one term for these big things setzt sich mit künstlerischen Werken auseinander, die Tendenzen eines bereits emanzipierten Feminismus enthalten. So versucht die Ausstellung, eine Art spekulativem Feminismus zu verhandeln, der nicht von vornherein aus einer Position des Mangels spricht, sondern aus der Behauptung von bereits emanzipierten Standpunkten, die in gleichberechtigter Kommunikation mit anderen Disziplinen stehen.
Diese Setzung beinhaltet auch die Frage, mit welchen repräsentativen Funktionen das Wort Feminismus denn beauftragt ist und wie es im Wissen um die Historizität des Diskurses möglich sein könnte, den Vorschlag abzuspalten, Feminismus als Haltungsform einer subjektiv informierten Angemessenheitsethik zu betrachten. Dies meint, Zusammenhänge nicht ausschließlich voraussetzungsvoll und symbolisch zu verhandeln, sondern bereits existierende Anordnungen in unterschiedlichen Systemen und Institutionen in konzeptuelle und formale Entscheidungen bezüglich der Herstellung von spezifischen Formaten mit einzubeziehen, und sie dementsprechend zu editieren.

Der Denkzusammenhang ließe sich so auch auf andere Systeme übertragen. Das würde bedeuten, alles Wissen, auch jenes um die eigenen, symbolisch konnotierten Projektionen, in die Arbeit mit einzubeziehen und die Wahrnehmung auf das jeweils behauptete Format, unter Vorbehalt der Anwesenheit anderer, im selben Feld agierender Formate, einzujustieren. Repräsentative Stellvertreterschaft, arbiträre Charakteristiken konventioneller Zuordnungen wären ausgehebelt. Es ist gerade der Vorteil und die Errungenschaft der Kunst, sich solchen eindeutigen oder einwertigen Ordnungen zu enthalten und mit ihnen zu agieren. Die Problematik liegt hier jedoch in der angenommenen Symbolbefähigung des Ausstellungformats an sich und der konventionellen Annahme, eine Ausstellung könne einen bestimmten Zusammenhang vollends repräsentieren, oder argumentieren. Angeführt wird diese Behauptung zumeist von entsprechend organisierten Textformaten, die einen Zusammenhang und eine Leserichtung vorschlagen, mitunter unter Zuhilfenahme der Behauptung nicht näher definierter, populärer Relevanz. Auch hier wäre der Vorschlag, die Struktur des Ausstellens nicht ausschließlich als Folge sprachlicher Repräsentationsordnungen anzunehmen, sondern die Ausstellung selbst als Entität zu betrachten und zu bewerkstelligen. Solcherart, dass sie zu ihrer sich selbst strukturierender Sprache und Inhalt wird.


Bilder zum Download: www.dieangewandte.at/presse
Attached: Langversion der Presseinformation von der Kuratorin.
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