04. August 2023
Die Gewinner*innen des heuer zum neunten Mal vergebenen Preis der Kunsthalle Wien stehen fest:
Hauptpreisträger*innen sind Jusun Lee Akademie der bildenden Künste Wien) und Marielena Stark (Universität für angewandte
Kunst Wien).
Weitere Preisträger*innen der Universität für angewandte Kunst Wien sind Mila Balzhieva, Luisa Berghammer,
Daniel Fonatti und Valentin Hämmerle und der Akademie für bildenden Künste Željka Aleksić, Michael Amadeus Reindel, Anne Schmidt
und Marc Truckenbrodt.
Die Angewandte gratuliert herzlich!
Für
die diesjährige Preisvergabe sichtete die Jury insgesamt 114 Diplom- und Masterprojekte aus den Bereichen bildende und Medienkunst
– 49 Absolvent*innen der Akademie und 65 Absolvent*innen der Angewandten bewarben sich um den Preis. 2023 sind erstmals Absolvent*innen
der Fachbereiche Grafik und druckgrafische Techniken, Bühnengestaltung sowie des interdisziplinären Programms Art & Science
unter den Ausgezeichneten.
Aufgrund der hohen Qualität und der thematischen Vielfalt der eingereichten Arbeiten beschloss
die Jury, wie bereits im letzten Jahr zehn Absolvent*innen zur Teilnahme an einer Gruppenausstellung einzuladen, die im Frühjahr
2024 in der Kunsthalle Wien Karlsplatz zu sehen sein wird.
Marielena Stark erhält den Hauptpreis
der Angewandten für ihre installative Arbeit Afterlifestyle. Mit Indigo und Walnüssen gefärbte Stoffe verwandeln Basketbälle,
die im Raum zu schweben scheinen, in Geister – Lichtbälle, wie es die Künstlerin ausdrückt. Die imaginierten Bewegungen des
Ballspiels, ihre Wurflinien, der Luftwiderstand und die Schwerkraft, die die Bälle zum Boden zieht, finden ihren Widerpart
in den Bewegungen der Farben, die sich beim Färben ihren Weg im Stoff bahnen.
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Marielena Stark (geb. 1986, lebt in Wien) studierte Malerei bei Henning
Bohl, Diplom im Juni 2023.
Weitere Preisträger*innen der Universität für angewandte Kunst Wien: Mila Balzhieva, Luisa
Berghammer, Daniel Fonatti und Valentin Hämmerle:
Mila Balzhieva

Mit ihrer dreiteiligen Installation Roots and Spirits:
Presentation, Representation, and Vision gestaltet Mila Balzhieva einen originellen Beitrag zum Interspezies-Dialog.
Die Kontaktaufnahme mit einer Zimmerpflanze nimmt dreierlei Formen an, die uns aus dem uns Vertrauten herauslocken und herausfordern
sollen. Magie und Forschung erscheinen so nicht als Gegensätze, sondern werden in ihrer Verschränkung denk- und sichtbar.
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Luisa Berghammer

Ein Abspann am Ende des Studiums: Luisa Berghammer reflektiert mit ihrer Videoinstallation *captain
screeching* kollektive Prozesse und die Position des Individuums in ihnen. Ein Fußballfilm, der nicht existiert, die
Figur eines*r Torwart*in oder eines*r Teamkapitän*in, die eigentlich mehr als nur eine Person ist: raffiniert verknüpft die
Installation Fragen nach Autor*innenschaft mit einer Öffnung hin zu einem erweiterten Bühnenbildbegriff, auch vor dem Hintergrund
des von Berghammer absolvierten Doppelstudiums Bühnengestaltung und Skulptur und Raum und den daraus entstehenden
Spannungsfeldern und Gegensätzen.
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Daniel Fonatti

In seiner Installation The ground was there to meet the feet verweist Daniel Fonatti auf
Ruinen der Moderne, hier konkret auf das ausgeweidete Skelett einer Wasserrutsche, die an einem Strand auf Sizilien vor sich
hin rottet. Mit großer Feinfühligkeit für den Ausstellungsraum und für die Diskurse über jene Ruinen, welche die sprichwörtliche
Gesellschaft des Spektakels zukünftigen Generationen hinterlässt, gelingt Fonatti ein poetischer Zugang zu einer
dezidiert politischen Thematik.
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Valentin Hämmerle

In seiner ortsspezifischen Installation LIGHT YELLOW GAZE 9201-104 ***, die er für den Lichthof
B im Ferstel-Trakt der Universität für angewandte Kunst konzipierte, beeindruckt Valentin Hämmerle mit großer Sensibilität
für die Gesetzmäßigkeiten der Bühnengestaltung bei gleichzeitiger Lust an der Überschreitung derselben und der Öffnung hin
zu anderen Kunstformen. Die Prinzipien des eigenen Fachs kritisch reflektierend, wendet sich Hämmerle anderen Formen
und Sprachen wie jener der skulpturalen und installativen Gestaltung zu, ohne dabei aber das Gefühl für den Raum in Relation
zu bewegten Körpern zu verlieren. Mehr Information zur Abschlussarbeit
Über den Preis der Kunsthalle
Der Preis steht für die aktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien mit den beiden Wiener Kunsthochschulen.
Die Auszeichnung etablierte sich in den letzten Jahren als bedeutendes Instrument der Förderung junger Künstler*innen in Wien
und markierte für zahlreiche Preisträger*innen einen ersten wichtigen Schritt in ihrer künstlerischen Laufbahn.
Der per
Juryentscheid an ausgewählte Absolvent*innen der Akademie der bildenden Künste
Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien vergebene Preis
der Kunsthalle Wien umfasst eine Ausstellungsteilnahme und eine dazugehörige Publikation; pro Kunstuniversität wird zudem
ein*e Künstler*in mit dem Hauptpreis inklusive eines Preisgelds in Höhe von € 3.000 ausgezeichnet.
Mehr Informationen
zum Preis, den korrelierenden Ausstellungen und zu allen Preisträger*innen unter Jusun
Lee und Marielena Stark erhalten den Preis der Kunsthalle Wien 2023 – Kunsthalle Wien.
Alle Fotos: (c) Jorit
Aust