Leonie Licht: In den Himmel fallen

Gastvortrag im Rahmen von „Schwerpunkt Gravitation – Lösen, Fallen und Schweben“

Eine Veranstaltung der Abteilungen Kulturwissenschaften und Kunsttheorie

Eine Überraschung lässt uns aus allen Wolken fallen und meistens schlagen wir am Boden der Tatsachen auf. Die Gravitation wirkt – auch im Himmel, der wie kein anderes deutlich macht, dass Fallen ein Strukturprinzip ist. Der Himmel macht den Fall zum physikalischen Gesetz, zur kosmologischen Annahme und zum kulturellen Deutungsmuster, worüber Leonie Licht im Vortrag anhand von drei Beispielen nachdenken möchte: der Sündenfall, Lukrez’ Kosmos und die Kopernikanische Wende lassen uns dreimal in den Himmel fallen und entscheiden jedes Mal neu über das Bild des Kosmos, des Menschen und seiner Stellung darin.
Leonie Licht studierte evangelische Theologie, Bildhauerei und Ästhetik. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Theorie und Praxis und setzt sich mit der Kulturgeschichte des Himmels, einem interkulturellen Formendenken und dem Verhältnis von Politischer Theorie und Ästhetik auseinander. In ihrer künstlerischen Arbeit befragt sie zudem Konzepte von Bild und Malerei und geht verschiedenen Formen der Visualisierung des Himmels nach. Mehr dazu auf ihrer Webseite: https://leonielicht.de/ 

Der interdisziplinäre Fokus Schwerpunkt Gravitation – Lösen, Fallen und Schweben ist ein Format von Florian Bettel, Liddy Scheffknecht und Anna Spohn. Sie diskutieren gemeinsam mit Gastvortragenden die Historizität des Konzepts der Gravitation in Kunst, Technik und Wissenschaft. Jenseits einer naiven Re-aktualisierung von „Kraft“ als konzeptuelles Fundament für eine künstlerische Praxis, eine künstlerisch-wissenschaftliche Forschung oder für kultur- bzw. kunstwissenschaftliche Begriffsbildungen werden die Formen, Techniken, Praktiken, metaphorischen Dynamiken und die diskursiven Rahmungen von Gravitation in Kunst, Technik und Wissenschaft kritisch-transdisziplinär befragt.
Gastvortrag
Gastvortrag
17. April 2026, 10:00 - 11:30
Universität für angewandte Kunst Wien, Seminarraum 21, Vordere Zollamtsstraße 7, 1030 Wien