ROLAND REITER REITER ROLAND
Roland Reiter
Roland Reiter versteht Skulptur als eine Art des Denkens.
Seine Arbeiten drehen sich um Materialität, Handwerkskunst, Raum und Bewegung – und um die Frage, wie Dinge Bedeutung erlangen.
Industrieprodukte, Autoteile, Leder, Fell oder Haare werden in hybride Gebilde verwandelt, die zwischen dem Organischen und
dem Technischen, zwischen Popkultur und Kunstgeschichte oszillieren.
Reiters Praxis schöpft gleichermaßen aus den visuellen
Welten des 20. Jahrhunderts und aus musikalischen Subkulturen. Das Automobil erscheint als schwebendes Kultobjekt, glänzend
und mit fetischistischer Anziehungskraft aufgeladen. Metallrohre bekommen Haare, Maschinen nehmen androgyne Züge an, und Leinwände
entstehen im Rhythmus des Jazz – mit Drumsticks direkt auf der Oberfläche geschaffen. Der Ursprung der Materialien bleibt
immer spürbar, doch ihre Funktion wird grundlegend verändert.
Zwischen Ernsthaftigkeit und Ironie, Referenz und
Rückzug schafft Reiter Werke, die sich einer eindeutigen Kategorisierung entziehen. Sie spielen mit Projektion, Begehren und
kulturellen Mythologien und eröffnen einen Raum der Möglichkeiten, in dem das Vertraute fremd und das Fremde unerwartet vertraut
erscheint.
Die Publikation vereint wichtige Werkgruppen und untersucht Reiters facettenreiches Œuvre aus kunsthistorischer
und kulturtheoretischer Perspektive. Ein fokussierter Einblick in das Schaffen eines Künstlers, der Skulptur als offene Form
versteht – präzise, poetisch und radikal zeitgenössisch.
Special feature: Das Buch enthält exklusiv einen Download-Link
zu einem Kunstwerk von Roland Reiter – eine digitale Erweiterung der Publikation und eine einzigartige Ergänzung für Sammler*innen.
Roland Reiter, Abteilung TransArts, Institut für Bildende Kunst und Medienkunst, Universität
für angewandte Kunst Wien