Spätestens mit dem "Anschluss"
1938 bleibt an der Kunstgewerbeschule, der heutigen Universität für angewandte Kunst Wien, der Angewandten, kein Stein auf
dem anderen. Jüdische und politisch unerwünschte Lehrende und Studierende werden ausgeschlossen und vertrieben, unzählige
hoffnungsvolle Karrieren enden schlagartig. Ihre Fluchtrouten, teils über mehrere Kontinente, führen ins Exil in die USA,
nach England, Israel, Südamerika oder Australien. Andere aber sind kontinuierlich, im Austrofaschismus, in der NS-Zeit bis
hinein in die Nachkriegszeit erfolgreich.
Mit diesem Sammelband ist die Angewandte auf Spurensuche nach Künstler*innen
aus Kunst, Architektur, Arbeit für Bühne und Film, Design, Mode, Kunstpädagogik und -therapie wie Margarete Berger-Hamerschlag,
Fritz Czuczka, Bettina Bauer-Ehrlich, Richard Erdoes, Leo Glückselig, Kitty Goldman, Philipp Häusler, Fritz Janeba, Judith
Katinka-Zweig, Paul Kirnig, Hans Felix Kraus, Fini Rudiger-Littlejohn, Wilhelm Müller-Hofmann, Carlo Pietzner, Ruth Rogers-Altmann,
Franz Schuster, Bil Spira, Lisl Weil, Eduard Wimmer-Wisgrill u.v.a. Sie sind vergessen oder nur in Fachkreisen bekannt: Unwritten
Biographies. Internationale Forscher*innen beleuchten deren Leben und Werk – und damit eine kaum bekannte Geschichte
der Angewandten sowie der Wiener Moderne.
Unwritten Biographies ist der Folgeband von "Sonderfall"
Angewandte. Die Universität für angewandte Kunst Wien im Austrofaschismus, Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit (De
Gruyter, 2024)
, Kunstsammlung und Archiv, Universität für angewandte Kunst
Wien