Misfits. Bequemlichkeit im Unbequemen

Rauminstallation, Ausstellung, Lesung

Welche Räume brauchen eigentlich Kinder im Theater? Kann man es sich im Unbequemen auch bequem machen?

Studierende der Universität für angewandte Kunst Wien zeigen im Dschungel Wien Theaterhaus für junges Publikum eine begehbare Rauminstallation für Kinder, die Wahrnehmung auch in "unbequemen" Räumen im Theaterraum auf spielerische und sinnliche Weise erfahrbar macht. 

Kinder sind eingeladen, zuzuhören, sich in einem Labyrinth aus Farben zu verlieren, sich in Sitzskulpturen zu kuscheln, Passendes im Unpassenden, wie Unpassendes im Passenden zu finden und Texten zu lauschen.

Eine begehbare Landschaft aus Farben, Licht, Objekten und Strukturen eröffnet Inseln zum Sehen und Bewegen, ermöglicht, sich den Raum aus unterschiedlichen Perspektiven anzueignen und Wahrnehmung als körperlichen, situativen und sinnlichen Prozess zu erfahren.

Bühnen- und Zuschauer*innenraum verschmelzen und bieten Möglichkeiten sich den Raum aus unterschiedlichen Perspektiven buchstäblich anzueignen. Wahrnehmung wird dabei als etwas Erfahrbares verstanden, das Sehen, Hören, Tasten und Bewegung miteinander verbindet.


Im Rahmen des Seminars Misfits. Bequemlichkeit im Unbequemen haben sich die Studierenden mit der Frage nach spezifischen Wahrnehmungen im Theaterraum beschäftigt, dabei Inseln zum Zuhören, Sehen, und Bewegen entworfen, die nun in einer Installation Kinder das Publikum einladen erforscht zu werden: 
in einer Rauminstallation, die einlädt, die Sinne auf allen Ebenen zu aktivieren.

Die Ausstellung richtet sich an Kinder und lädt dazu ein, sich in einem Labyrinth aus Farben zu bewegen, sich in Sitzskulpturen zu legen und Passendes im Unpassenden ebenso wie Unpassendes im Passenden zu entdecken. Skulpturen, Bodenmarkierungen und taktile Elemente eröffnen Spielräume zwischen Ordnung und Irritation, Regel und Abweichung sowie zwischen Körper, Objekt und Raum. 

Texte für Kinder entstanden in Zusammenarbeit von Olga Grjasnova, Professorin für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, mit Florian Oberleiter, Diana Sych, Afra Eygi, Katharina Karl und Etienne Thierry und werden im Rahmen der Ausstellung gelesen.
Dazu entwickelten Studierende der Abteilung Zeichnung und Druckgrafik mit Jan Svenungsson poetische, literarische und experimentelle Bilderbücher.

Fee-Valerie Böhme hat mit Peter Fuchshuber und Mira Loeve, eine Rauminstallation entwickelt, in der sich Räume durch Farben und Licht, wie durch Drehungen von Paneelen öffnen und schließen lassen. Im Labyrinth kann man sich verlieren und wiederfinden. Das changierende Licht der Farbwände gibt Halt, um im nächsten Moment zu entschwinden.

Ina Eggers raffinierte Skulptur Von Maschine zu Maschine schließt an die brasilianische Architektin Lina Bobardi an, die Spielräume für Kinder in allen Gebäuden, auf Plätzen und Brachen forderte. Im Spiel mit der Skulptur gilt es wachsam zu sein und auf Lücken und Tücken zwischen Maschine und seltsamen Maschinenwesen gefasst zu sein.

Magdalena Kernegger und Dalmonia Rognean entwickelten Bodenmarkierungen in Form eines Steckspiels und eröffnen damit ein Spiel um Regeln, Ordnungen und Strukturen, um Passformen, Ecken, Kanten und Fehler!

Gebilde aus Schläuchen fallen von der Decke und treffen auf Sitzskulpturen, die einen umschlingen. Hemma Bergner, Camilla Hagenauer, Magdalena Prieler, Mirijam Schleicher, und Natascha Stierli gingen der Frage nach, wie sich Körpererfahrungen wie Sitzen, Liegen, Bewegen mit den Wahrnehmungen von Hören, Zuhören, Sehen, Zusehen, Schauen und Zuschauen verknüpfen lassen. Über taktile Empfindungen lassen sich Schlingen, Finger, Knoten und Löcher erfühlen und erweitern damit den Wahrnehmungsraum des Theaters.  

Ausgehend von sensorischen Spielzeugen der Reformpädagogik wie Holzkästen oder Zauberwürfel bilden Schablonen und Filter Motive um das Spannungsverhältnis von Individuum und Identität und jenen abstrakten Passformen, die uns in der Architektur, im Design und in der digitalen Welt begegnen zu thematisieren. Jonas Bauer, Hannah Kathol und Anna Weinmüller arbeiten mit dem Spiel von einfach und komplex um die vermeintliche Gültigkeit von Passformen zu stören.


Der Eintritt ist frei und erfolgt über Zählkarten! Um die Organisation zu erleichtern, bitten wir Karten auf folgenden Website vorzureservieren.
Informationen und Kartenreservierung via Website des Dschungel Wien Theaterhaus für junges Publikum

Konzept: Eva Maria Stadler (Kunst und Wissenstransfer, Universität für angewandte Kunst Wien), Anna Horn und Götz Leineweber (DSCHUNGEL WIEN)

Eine Kooperation zwischen Kunst und Wissenstransfer der Universität für angewandte Kunst Wien und dem Dschungel Wien Theaterhaus für junges Publikum. Jeweils im Wintersemester werden im Rahmen dieser Seminare abgehalten, aus denen künstlerische Formate hervorgehen. Bereits realisiert wurden die interaktive Ausstellung von Alle neuen Kuchen sind nett (2024), die sich mit dem Verhältnis von analog und digital beschäftigte, die Spielinseln von Situationship (2025), die von der Liebe handelten sowie aktuell die Beschäftigung mit skulpturalen Wahrnehmungsräume des Theaters Misfits. Bequemlichkeit im Unbequemen (2026). 

Termine

Eröffnung
30. Januar 2026 - 18:00
Dschungel Wien Theaterhaus für junges Publikum
, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Ausstellungsdauer
31. Januar 2026 - 15:00
Dschungel Wien Theaterhaus für junges Publikum, 
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Lesung
31. Januar 2026 - 15:00
Dschungel Wien Theaterhaus für junges Publikum
, Museumsplatz 1, 1070 Wien