Reproduktion wird
dabei nicht als bloßer Akt der Vervielfältigung, sondern als komplexer Prozess verstanden, in dem technische Infrastrukturen,
gestalterische Entscheidungen und gesellschaftliche Vorstellungen untrennbar miteinander verwoben sind. Digitale Reproduktion
erscheint entsprechend als ein Praxisfeld, in dem sich Fragen nach Wissen, Sichtbarkeit, Materialität und Macht neu konfigurieren
– sei es im Kontext von Bildung, künstlerischer Forschung oder der Schaffung, Dokumentation und Transformation von Räumen.
Die beiden Panels des Symposiums nähern sich diesem Feld aus unterschiedlichen Perspektiven: Während
Digitalität
und Bildung der Verschränkung von technischen Infrastrukturen, pädagogischen Praktiken und politischen Implikationen
des Digitalen nachgegangen wird, richtet das Panel
Hybride Rückkopplungen den Blick auf die Wechselwirkungen zwischen
digitalen Reproduktionstechniken, räumlicher Erfassung und künstlerisch-kuratorischen Prozessen sowie ihren rechtlichen Implikationen.
Die Veranstaltung geht auf eine interdisziplinäre und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von
Felix Koberstein
(Expanded Museum Studies),
Judith Burger (Kunstsammlung und Archiv),
Florian Bettel und
Liddy Scheffknecht (Kulturwissenschaften) sowie
Leonard Weydemann (Geometrie) zurück.
PROGRAMM10 Uhr Exkursion: Computational Empowerment Lab, Zentrum für Lehrer*innenbildung,
Universität Wien, Porzellangasse 4, 1090 Wien
14 Uhr Kurzpräsentationen und Diskussion:
Digitalität und BildungModeration: Florian Bettel, Panelists: Eva Greisberger (Zentrum Didaktik für Kunst und interdisziplinären Unterricht),
Daniela Kröhnert (Digitale Methoden/Digitale Produktion), Patrícia J. Reis (Digitale Kunst)
Aktuell, so scheint
es, funktioniert Bildungspolitik ausschließlich über die Regulierung von digitaler Technik: Handy- und Social Media-Verbote
für Jugendliche, mehr KI-Unterricht durch Streichung von Lateinstunden und das Abprüfen standardisierter Kompetenzen im Digitalen
dominierten dahingehend die Berichterstattung der letzten Monate.
Wo aber liegen die Überschneidungen von digitalen Infrastrukturen,
technischer Praxis und einer Digitalität, deren Ursprünge lange vor der Durchdringung der Gesellschaft mit Computern zu verorten
sind? Das Panel “Digitalität und Bildung” spürt entlang konkreter Beispiele aus der Praxis den Möglichkeiten nach, Phänomene
der Digitalität im schulischen und universitären Kontext zu reflektieren. Dabei zeigt sich, dass sich die Kritik am Digitalen
über das konkrete technische Artefakt erstrecken muss, um der Kontingenz von Technik nachzuspüren, die letztlich auf die Ideologien
verweist, die zur Ausformung der digitalen Welt führte. Bildung gehört damit ebenso in die Sphäre der Politik wie die Regulierung
der Technik.
15:30 Uhr (Pause), Eindrücke aus der Praxis
16 Uhr Kurzpräsentationen und Diskussion:
Hybride RückkopplungenModeration: Liddy Scheffknecht, Panelists: Charlotte Reuß (Institut für Kunstwissenschaften,
Kunstpädagogik und Kunstvermittlung), Konrad Strutz (Kunst & Kommunikative Praxis), Bence Pap (Architekturentwurf 2 -
Studio Space Popular), Philipp Reinsberg (Design, Architektur & Environment für Kunstpädagogik)
Die Paneldiskussion
Hybride Rückkopplungen widmet sich der digitalen, dreidimensionalen Dokumentation und Abbildung von Realräumen
und der Übersetzung von Gemälden und Fotografien durch digitale Verfahren. Im Zentrum steht das Zusammenspiel von digitalen
Reproduktionsprozessen und künstlerischen bzw. kuratorischen Praktiken. Dabei richtet das Panel den Blick auf die Wechselwirkungen
zwischen technischen Möglichkeiten, ästhetischen Entscheidungen, neuen Formen von Wissen und Gestaltung, die durch den Prozess
des Dokumentierens und Archivierens räumlicher Strukturen entstehen und reflektiert zudem die stetig zu aktualisierenden rechtlichen
Implikationen. Die Diskussion verortet diese Dynamiken im Spannungsfeld von Kunst, Wissenschaft und Technologie.
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