Ein intermediales Kunstprojekt von iAKW.
Inspiriert
von Paul Celans „Corona“ [1952].
Mit freundlicher Genehmigung von Bertrand Badiou.
In Kooperation mit
Grüne Bildungswerkstatt
Zum 100. Geburtstag des Dichters Paul Celan
laden wir euch herzlich zur kollektiven Neuinterpretation von Celans Gedicht "Corona" [1952] ein.
Falls ihr so wie
wir zwischen Lockdown-Wahnsinn und selbstauferlegter Beschäftigungstherapie oszilliert und Lust habt, gemeinsam Kunst zu schaffen,
dann haben wir was für euch:
Werdet ein Teil des intermedialen Kunstprojekts corona.bedingt!
Wir
rufen in Wien lebende Menschen zur Auseinandersetzung mit ihrem momentanen Gemütszustand auf, zwischen Resignation und Aufbruch.
Es soll ein Raum für interdisziplinäres Arbeiten eröffnet werden, der bei der Umsetzung frei wählbar in Format und Form ist.
Alle Gefühle, ästhetischen Empfindungen und Ausdrucksformen haben ihren Platz und können teilnehmen. Der Beitrag kann so knapp
oder ausladend ausfallen, wie es gerade passt: von der spontan assoziierten Miniatur bis zum großen sprachlichen / filmischen
/ musikalischen Essay. Unter
https://i-akw.com/corona-bedingt/ könnt ihr einen
der 18 Verse des Gedichts auswählen, der euch am meisten inspiriert. Das ist der Ausgangspunkt für euer neues Kunstwerk.
Anmeldefrist:
10.12.2020 um 20.00 Uhr.
Eingereicht werden können Beiträge von in Wien lebenden Menschen,
gerne auch von Kollektiven, in den folgenden Bereichen:
- Audio [Lieder aller Genres, Hörspiel,
Soundcollage, …]
- Video [Kurzfilm, Tanz, Performance, …]
- Grafik
- Malerei
- Fotografie
- Texte
[Lyrik, Prosa, ...]
Die entstandenen Arbeiten werden am 20.12.2020 in Form einer online-Vernissage
auf der Homepage von iAKW zu einer kollektiven Werkschau kuratiert und präsentiert. Jede_r Teilnehmende wird mit seiner_ihrer
Kurzbiografie vorgestellt. Die Verwertungsrechte bleiben bei dem_der_den Künstler_innen. Dem Verein iAKW wird das Recht eingeräumt,
das Werk online zu veröffentlichen. Für das Frühjahr 2021 ist eine physische Werkschau geplant.
- Platz:
350€
- Platz: 250€
- Platz: 150€
- Platz: 50€
Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde.
Wir schälen die Zeit aus den
Nüssen und lehren sie gehn:
die Zeit kehrt zurück in die Schale.
Im
Spiegel ist Sonntag,
im Traum wird geschlafen,
der Mund redet wahr.
Mein
Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:
wir sehen uns an,
wir sagen uns Dunkles,
wir
lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,
wie
das Meer im Blutstrahl des Mondes.
Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu
von der
Straße:
es ist Zeit, daß man weiß!
Es ist
Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt,
daß der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist
Zeit, daß es Zeit wird.
Es ist Zeit.
P A U L C E L A N