10. August 2026
Der Grafiker, Artdirector
und langjährige Lehrende der Angewandten Tino Erben ist am 8. August im Alter von 93 Jahren verstorben, dies gab seine Familie
bekannt.
Tino Erben hat mit seinen stilbildenden Designs das Wiener Kulturleben über Jahrzehnte mitgeprägt
und ist insbesondere durch seine Schriftgestaltung für die Wiener U-Bahn im Wiener Stadtbild fest verankert.
Geboren
1933 in Wien, studierte Tino Erben von 1954 bis 1958 an der damaligen Akademie für angewandte Kunst Wien in der Meisterklasse
für Grafik und Druckverfahren. Ab 1980 kehrte er als Lehrbeauftragter für Schriftgestaltung an die Angewandte zurück, wo er
von 1988 bis zu seiner Emeritierung 2001 die Meisterklasse für Grafik leitete. In dieser Zeit begleitete Tino Erben seine
Studierenden im Übergang vom analogen zum digitalen Gestalten und richtete in der Lehre einen Fokus auf durch technische Mittel
eröffnete neue Gestaltungskonzepte und Wege der visuellen Kommunikation.
Als Grafikdesigner entwarf Tino
Erben stilbildende Sujets, gestaltete Plakate und Kataloge für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen etwa für die Albertina,
die Stadt Wien oder die Triennale von Mailand. Für das Historische Museum der Stadt Wien (heute Wien Museum) gestaltete er
in den 1970er- und 80er-Jahren Grafiken für aufsehenerregende Sonderausstellungen (
Traum und Wirklichkeit – Wien 1870–1930,
1985), von 1984 bis 1989 war er Artdirector der Wiener Festwochen.
Mit seinen Arbeiten nahm Tino Erben mehrmals
an der Internationalen Plakatbiennale in Warschau teil und wurde vielfach ausgezeichnet – etwa durch die Plakatwertungsaktion
des Kulturamts Wien, mit Preisen für jahresbeste Plakate sowie mehrfach mit österreichischen Staatspreisen für Buch- und Umschlaggestaltung.
Tino Erbens Werke sind in der Sammlung des
Wien
Museums, im Plakatmuseum Warschau und in der Mährischen Galerie in Brünn vertreten.
In der Publikation
Sooderauchanders
- Tino Erben Grafik-Design 2000 - 1960 lotet Tino Erben die Möglichkeiten des Gestaltens aus und zeigt anhand einer Auswahl
seiner Arbeiten seit den 1960er-Jahren seinen persönlichen Zugang zu verschiedenen Aufgabenstellungen.