24. April 2026
Das diesjährige Dinner von Stubenring 3,
dem Verein der Freund*innen der Angewandten, ermöglichte interessante Neuzugänge für die Sammlung der Angewandten und Austausch
mit Kunstsammlung und Archiv.
Stubenring 3 steht seit 54 Jahren für lebendige
Vermittlung zeitgenössischer Kunst, Architektur und Design. Benannt ist der Verein nach seiner ursprünglichen Adresse, dem
Stubenring 3 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Der dort 1972 gegründete Verein fördert die Universität und vernetzt Kunstinteressierte.
Mit Museums- und Galeriebesuchen, Studio Visits und Gesprächen mit Künstler*innen und Kurator*innen schafft der Verein ein
offenes Netzwerk für Austausch – getragen von einem bewusst niederschwelligen Mitgliedsbeitrag und der Idee, Kunst für viele
zugänglich zu machen. Er ist offen für alle an Kunst und an der Angewandten Interessierte, bietet Einblick in Aktivitäten
der Angewandten im Austausch mit Kunstschaffenden, Alumni*ae, Expert*innen und anderen Interessierten.
Ein
zentraler Höhepunkt ist das jährliche Dinner, dessen Erlöse den Ausbau der Kunstsammlung der Angewandten unterstützen: So
auch dieses Jahr, in dem man auch das 46-jährige Bestehen der Sammlung und des Archivs im Auditorium der Universität feierte.
Die Feierlichkeiten wurden von der Tischrede der Autorin
Olga Grjasnowa eröffnet sowie von der musikalischen
Gestaltung durch
Harkeerat Mangat und
Emily Sarsam begleitet.
Cosima Rainer,
die Leiterin von Kunstsammlung und Archiv, präsentierte Einblicke in Profil, Geschichte und Ausrichtung der Sammlung. Das
Programm des Abends umfasste unter der künstlerischen Festgestaltung durch
Lukas Kaufmann auch die Präsentation
der Edition des Künstlers, die mit dem Verein umgesetzt wurde und im der Auflage von 10 Stück nur an diesem Abend zu erwerben
war.
Mittels Festbeiträgen und Erlösen aus der Edition konnten für das Jahr 2026 zwei Ankäufe für die Kunstsammlung
realisiert werden: eine skulpturale Arbeit von
Tonio Kröner sowie ein Fotogramm von
Chantal Kaufmann.
Die Edition wird in Kooperation mit Künstler*innen aus dem Wirkungskreis der Angewandten in unregelmäßigen Abständen aufgelegt.
Tonio Kröners expressiv-humorvolle Figur verhandelt mit scheinbarer Leichtigkeit gesellschaftliche Zumutungen und
individuelle Verantwortung. Die strubbelige Puppe Tonio Kröners, die der Muppet-Show entsprungen zu sein scheint, ist fast
so etwas wie ein Markenzeichen des Künstlers geworden. Aus Webpelz, Fell oder Federn fertigt Tonio Kröner menschengroße Puppen,
die einzeln oder paarweise auftreten. Witze oder derbe Sprüche bilden oftmals die Titel der Arbeiten. Einen Text aus dem Jahr
2016, den der Künstler anlässlich der Ausstellung
Painting 2.0 im Museum Brandhorst veröffentlichte, betitelt Tonio
Kröner mit
Ridiculous Creatures. Der Text behandelt die postdemokratische Verlagerung der Verantwortung vom Staat
auf den oder die Einzelne(n). Unter dem Deckmantel subjektiver Freiheit und kreativer Selbstverwirklichung erzählen Kröners
‚lächerliche Kreaturen‘ vom gnadenlosen Kampf für sich selbst.
Für Chantal Kaufmann, die an der Angewandten
in der Klasse für Malerei bei Henning Bohl unterrichtet, bildet Die Revolution der poetischen Sprache (Julia Kristeva, 1974)
einen wichtigen Bezugspunkt. In den Fotogrammen der Serie Big A little a werden Buchstaben direkt auf dem Fotopapier belichtet
und bekommen dadurch eine Präsenz, die eine eigene Wirklichkeit verspricht, die sie durch das Fragment jedoch zugleich verneint.
Mit Initiativen wie dem Dinner stärkt Stubenring 3 nicht nur den Bestand der Kunstsammlung, sondern auch die
Verbindungen zwischen Studierenden, Künstler*innen und einer interessierten Öffentlichkeit – in Wien und darüber hinaus.
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