Feierliche Verleihung des Oskar-Kokoschka-Preises an Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl

27. Februar 2026
Am 26. Februar 2026 wurde dem österreichischen Künstler*innen-Duo Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl in einem Festakt an der Universität für angewandte Kunst Wien der Oskar-Kokoschka-Preis 2026 überreicht.
Die Preis-Jury unter dem Vorsitz von Ulrike Kuch, Rektorin der Universität für angewandte Kunst Wien, ehrte das Werk des Duos als „eine medial vielschichtige künstlerische Praxis, die durch den wechselseitigen Bezug ihrer Arbeiten eine präzise performative Weiterentwicklung von Konzeptkunst, Malerei und Installation ermöglicht. Die in den künstlerischen Arbeiten stets sichtbare, inspirierende Thematisierung von queer-feministischen und Trans*-Körperdiskursen weist direkte, zuweilen explizite Bezüge zur Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentität und Sexualität in der Moderne auf, wie sie auch das Werk von Oskar Kokoschka prägt“.
 
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner betonte in ihrer Ansprache die „essentielle Bedeutung von Kunst für eine lebendige Demokratie. Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl legen den Finger in die Wunden gesellschaftlicher Entwicklungen und tragen mit ihrer Kunst dazu bei, dass Augen geöffnet werden und der gegenseitige Respekt hochgehalten wird.“
 
Thomas Trummer, Direktor des Kunsthaus Bregenz, skizzierte in seiner Laudatio die Kunst von Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl als ein „Werk ohne Anfang und Ende, als ein Werk der Mutation und Metamorphose, das von einem „Motiv des Dahingehens und Weiterschreitens“ geprägt ist. „Es ist ein Werk, das immer transgressiv & kompilatorisch ist und immer weitergeht.“

Erst- und einmalig wurde zugleich mit dem Oskar-Kokoschka-Preis auch das Miriam-Cahn-Stipendium verliehen. Die Schweizer Künstlerin, die 2024 mit dem Oskar-Kokoschka-Preis ausgezeichnet worden war, hatte ihr Preisgeld für ein Stipendium gestiftet, das einer bildenden Künstlerin nach dem Studium die Ausübung künstlerischer Tätigkeit ermöglichen soll. Mit Natalia Gurova wurde eine Künstlerin ausgewählt, deren Praxis sich an der Schnittstelle von Fiktion, Geschichte und sozialen Strukturen bewegt. Sie beschäftigt sich mit Räumen und deren sozialen Dimensionen und setzt sich dabei mit Fragen der Migration, queeren Identitäten und Erinnerungspolitik auseinander. In ihrer Arbeit mit Holz, Keramik, Metall, Text und gefundenen Materialien untersucht sie Prozesse der Fragmentierung, Rekonstruktion und Rekontextualisierung.