Wir
sind heute umgeben von humanoid-matheoiden Wesen, die in den Gefügen algorithmisch-stochastischer Notationen und algebraischer
Schaltungen ein Eigenleben führen, sich allerorten zeigen, auf uns warten, aus einer Parallelwelt von Interfaces immer stärker
auf unsere Lebensweisen einwirken.
Der Vortrag fragt, auf welche Weise und mit welchen Absichten diese KI-Wesen – ihre
Erscheinungen als Personen-die-nicht-existieren, als gender-multiple Avatare, Agenten, Assistenten, digitale Klone, Chimären,
Wechselbalge – uns in unserem Alltag mit ihrem Bild, ihrer Stimme, ihrem Text begleiten. Wie sie uns vertreten, beraten, informieren,
verführen, verraten, verletzen, vernichten, ermöglichen, Dinge zu sehen, zu erfahren, zu tun, die im Realen schlicht unmöglich
bzw. unvereinbar sind.
Der von Cornelius Castoriadis erneuerte Begriff des Imaginären kann dabei helfen, KI als zugleich
hegemonial auf Entfremdung zulaufendes wie schöpferisch-subversives Medium eines neuen gesellschaftlichen Imaginären vorzustellen,
wie auch die Imaginationen der Vielen entlang ihres Begehrens nach einem Zusammenleben mit KI einzusehen. Mit KI, als einem
Gegenüber, das uns spiegelt, so wie wir uns in ihm spiegeln, beginnen wir ein unendliches Gespräch mit uns selber.
Eine
Kooperation der Abteilung Cross-Disciplinary Strategies mit dem Weibel Institut für digitale Kulturen
crossdisciplinary.at