Rektorin Ulrike Kuch warnt: Die angekündigten Budgetkürzungen schwächen Kunst, Wissenschaft und Demokratie eklatant

19.10.2026
Die faktischen Einsparungen der Regierung im Budget der Universitäten haben weitreichende, dramatische Folgen. Sie betreffen nicht nur die Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der österreichischen Universitäten. Die Kürzungen wirken sich vielmehr unmittelbar auf unsere Gesellschaft aus, sagt Ulrike Kuch, Rektorin der Universität für angewandte Kunst Wien.
„Es ist ein verheerendes Signal für die Zukunft der österreichischen Gesellschaft, wenn in Zeiten von Wissenschaftsfeindlichkeit, von Fake News, Populismus und erstarkendem Rechtsextremismus an den Universitäten gespart wird. Ohne den starken Einsatz der Universitäten für Kunst und Wissenschaft, für Innovation, Demokratiebildung, Kritikfähigkeit und Resilienz verlieren wir international an Boden. Zugleich steigt die Gefahr, mit kaputtgesparten Ressourcen den demokratie- und wissenschaftsfeindlichen Bewegungen unserer Zeit immer weniger entgegensetzen zu können.“
 
Österreich ist eine Kulturnation, Kunst und Kultur wirken in die Vereine, in die Landschaft und die Städte, in die Bildung, in den Alltag, in das Miteinander und die Wirtschaft hinein. Die Angewandte bildet Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Lebensaltern, die diese Entwicklungen voranbringen. Hier zu kürzen und die Universitäten zu Stellenabbau zu zwingen, verschärft die sozialen Konflikte und stellt den Generationenvertrag in Frage – eine Verantwortung, die die Regierung übernehmen muss.

Die Angewandte leistet nicht nur hervorragende Arbeit in Lehre, Kunst, Wissenschaft und Forschung auf international höchstem Niveau – das Wirken unserer Universität ist seit rund 160 Jahren von elementarer Bedeutung für die produktive Gestaltung der großen gesellschaftlichen Transformationsprozesse, so Kuch. „Es ist zutiefst ernüchternd und äußerst schmerzhaft, wenn die politischen Entscheidungsträger*innen unsere Leistungen und insbesondere unsere Mission, die Stärkung der Demokratie, durch die Kürzungen gefährden.“

(Foto: © die Angewandte/Lea Sonderegger)