Der Angriff auf die Gegenwart - Aussichten im Postwachstum

Ausstellung im Rahmen der Vienna Art Week 2020
27.10.2020
Am Eröffnungstag Di, 10.11., von 14 bis 20 Uhr geöffnet 
 
Die Covid-Regeln begrenzen die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig in den Ausstellungsräumen aufhalten dürfen. Wir bitten um Ihr Verständnis und um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Der Angriff auf die Gegenwart1– Aussichten im Postwachstum
Die immer neu entfachte Lust auf nie zufriedenstellenden Konsum, der nach wie vor routinierte Zugriff auf längst begrenzte Ressourcen in einem nahezu selbstverständlichen Ausverkauf, ungeschützte Arbeit ohne Aussicht auf Sicherheit und Entwicklung, ein aus der Zeit gefallener Automobilismus, gesellschaftlicher Zusammenhalt, der an den Exponentialkurven einer Pandemie bemessen wird, die Suspension von Öffentlichkeit – die Liste wäre weiter fortzusetzen, um doch nur Fragmente einer Realität festzuhalten, die nicht inne hält und dabei nie über das Jetzt und den immer entscheidenden Moment hinauskommt.

Die vorstellbaren Zukunftsbilder einer solchen Gegenwart scheinen nur mehr denkbar als brutale, als unerträgliche Dystopien (ökologische Katastrophe, Klimakollaps, Massensterben) oder als gleichermaßen verheißungsvolle wie unerreichbare Utopien (faire und gerechte Gesellschaft für 10 Milliarden Erdenbürger*innen 2050, der eine dekarbonisierte, nachhaltige Wirtschaft im Einklang mit der Natur dient).

Die Bedingungen, unter denen diese Ausstellung zustande kommt, ergeben sich nicht zuletzt aus einem globalen Notstand. Diese Ausstellung befragt daher Künstler*innen nach ihren Bildern einer Gegenwart, die von Endzeitvorstellungen und Krisen geprägt ist und doch zugleich nach Konzeptionen und Nach Kraft sucht. Es braucht widerständige Erfassungen einer Gegenwart wie Aussichten auf eine Zukunft, um Spielräume zu erkämpfen. Je eindringlicher die Bestandsaufnahmen desto schärfer lassen sich auch die Anliegen formulieren und übertragen und zugleich die Erkenntnis festhalten, dass solche Ziele die vieler sind. In diesem Sinn ist Kunst immer politisch zu verstehen.
 
Die künstlerischen Arbeiten formulieren Aussichten eine empathischen Zukunft angesichts einer Welt, in der es dringlicher denn je andere Zugänge braucht, um nötige Expertise und zugängliches Allgemeinwissen, reale Zwänge und visionäre Freiheiten, verantwortungsvolles Engagement und verstörende Angstbilder zu einer kraftvollen Vielfalt zusammenzubringen: „Die Avantgarde ergibt sich nicht“, hatte der Künstler und kritische Denker Asger Jorn 1962 klargemacht. Diesem kämpferischen Anspruch möchte sich die Ausstellung stellen, geht es doch wesentlich darum, nicht auf Zukunft zu verzichten. 
Die Ausstellung wird von einer Plakatserie begleitet, die wesentliche Daten und Fakten zur Weltlage aufbereitet.
 
Mit Arbeiten von Allora & Calzadilla, Böhler & Orendt, Sophie Bösker, Nikolaus Gansterer, Oto Hudec, Markus Jeschaunig, Maria Kanzler, Krištof Kintera, Justin Lieberman, Christian Kosmas Mayer, Nicole Six und Paul Petritsch, Katrin Plavčak, Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger, Michael Strasser, Herwig Turk, Anna Vasof. 
 
Kuratiert von Brigitte Felderer, Barbara Horvath, Nina Pohler, Alexandra Strickner
 
Eröffnung am Dienstag, 10. 11.2020, 14 - 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 11.11.2020 - 23.1.2021, Mi bis Sa 14 – 18 Uhr
Ort: Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof, 1., Schönlaterngasse 5 
Kuratierte Führung; Sa, 14.1. 14 Uhr
Von 23.12.2020 bis 6.1.2021 geschlossen.
1 Der Titel nimmt Anleihe bei Alexandre Kluges Film „Der Angriff der Gegenwart auf die übrigen Zeit“ aus dem Jahr 1985

Allora & Calzadilla Download
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© Böhler & Orendt und Museum Schloss
                                       Moyland Foto: Böhler & Orendt, 2013 Download
© Böhler & Orendt und Museum Schloss
                                       Moyland Foto: Böhler & Orendt, 2013 Download
Böhler & Orendt und Neues Museum Nürnberg
                                       Foto: Böhler & Orendt, 2019 Download
Böhler & Orendt und Neues Museum Nürnberg
                                       Foto: Böhler & Orendt, 2019 Download
Böhler & Orendt und Neues Museum Nürnberg
                                       Foto: Böhler & Orendt, 2019 Download
© Böhler & Orendt und Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Foto: Laurin Schmid, 2020 Download
© Böhler & Orendt Foto: Böhler & Orendt, 2019 Download
Justin Lieberman Download
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Markus Gradwohl, VG Bild-Kunst Download
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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Diatmomeen Bacillariophyta, 2019 Künstler: Markus Jeschaunig Foto
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