Kunsthalle
Wien Preis 2026 geht an Lotti Brockmann und Valentino Skarwan
10.07.2026
Der Kunsthalle Wien Preis hat das Ziel,
aufstrebende Künstler*innen, die in Wien leben und arbeiten, zu unterstützen und den Diskurs über zeitgenössische Kunst im
Rahmen einer jährlichen Zusammenarbeit mit den beiden Wiener Kunstuniversitäten zu fördern. Für die Angewandte wird 2026 Valentino
Skarwan (Abteilung Malerei und Animationsfilm) ausgezeichnet.
Lotti Brockmann (Akademie der bildenden
Künste Wien) und Valentino Skarwan (Universität für angewandte Kunst Wien) werden in einer gemeinsamen Ausstellung im Dezember
2026 in der Kunsthalle Wien Karlsplatz präsentiert.
Der Kunsthalle Wien Preis hat das Ziel, aufstrebende Künstler*innen,
die in Wien leben und arbeiten, zu unterstützen und den Diskurs über zeitgenössische Kunst im Rahmen einer jährlichen Zusammenarbeit
mit den beiden Wiener Kunstuniversitäten zu fördern. Der gemeinsam von der Kunsthalle Wien, der Akademie der bildenden Künste
Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien vergebene Preis wird von einer Expert*innenjury an jeweils eine*n Absolvent*in
der beiden Kunstuniversitäten verliehen. Ziel des bereits zum 23. Mal vergebenen Preises ist es, Absolvent*innen kurz nach
dem Abschluss zu unterstützen, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und so eine Brücke zwischen dem Studium
und ihrer professionellen künstlerischen Laufbahn zu schlagen.
Die beiden ausgewählten Künstler*innen erhalten
eine Ausstellung in der Kunsthalle samt Publikation sowie ein Preisgeld von je € 3.000, gefördert von Kunsttrans und smc Steirer
Mika & Comp.
Für den diesjährigen Preis begutachteten die Jurys Diplomarbeiten aus dem Institut für bildende
Kunst an der Akademie sowie dem Institut für bildende und mediale Kunst der Angewandten. Über 100 Absolvent*innen aus dem
Studienjahr 2025/26 reichten ihre Arbeiten ein. Zwei Künstler*innen wurden für eine gemeinsame Ausstellung in der Kunsthalle
Wien ab Dezember 2026 ausgewählt:
Lotti Brockmann studierte Kunst und Raum | Raumstrategien und Skulptur
an der Akademie der bildenden Künste Wien und wurde für ihre Performance und Installation Ten Agents of Deterioration
(2026) mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet. Geleitet von der These „Form follows conditions“ versteht die Arbeit Form
nicht als feststehend, sondern als etwas, das bedingt wird durch die klimatischen, körperlichen, technischen, ökonomischen
und institutionellen Bedingungen ihrer Produktion. In der Arbeit messen die Performer*innen kontinuierlich Luftfeuchtigkeit
und Temperatur mithilfe analoger und digitaler Ablesegeräte
sowie anhand ihrer eigenen körperlichen Wahrnehmung. Diese
Messungen dienen als Grundlage für choreografierte Bewegungen, die aus dem Cheerleading-Hintergrund der Künstlerin stammen.
Valentino Skarwan studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien
und wurde für die Performance und Installation There is nothing new under the sun, but there are new suns (2026)
mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet. Das Werk rekonstruiert architektonische Fragmente einer abgerissenen Tankstelle
in Guatemala, die Skarwan anhand eines Fotos nachgebildet hat. Skulpturale Elemente erinnern an Benzinschläuche und Kanister,
während eine Aufnahme der hallenden Umgebungsgeräusche die Ausstellungsarchitektur ergänzt, die zugleich als Kulisse für die
Performance dient. Die Installation entfaltet sich als Gesamtkunstwerk und untersucht stillgelegte Infrastrukturen und deren
anhaltende Rolle bei der Gestaltung des Alltags. Skarwan befasst sich mit den oft verborgenen Systemen, die sowohl menschliches
als auch nicht- menschliches Leben stützen, und reflektiert gleichzeitig darüber, wie Wissen, Objekte und Geschichten durch
Zirkulation, Zusammenarbeit und wiederholte Begegnungen fortbestehen.
Biografien
Lotti Brockmann
(geb. 1995, Cuxhaven, Deutschland) studierte Kunst und Raum | Raumstrategien und Skulptur an der Akademie der bildenden Künste
Wien. Sie hatte bereits Ausstellungen im Austrian Cultural Forum, London (2026); das weisse haus, Wien; Burg Galerie im Volkspark,
Halle (Saale); Austrian Cultural Forum, Prag; Kunsthalle Wilhelmshaven (alle 2025); Austrian Cultural Forum, Budapest (2024)
und Kunsthalle Exnergasse, Wien (2022). Brockmann lebt und arbeitet in Wien.
Valentino Skarwan (geb. 1998, Wien,
Österreich) studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien. Skarwans Werke und Performances
wurden u.a. an folgenden Orten gezeigt: QWien; Tanzhaus Düsseldorf (beide 2026); Steirischer Herbst, Graz; Museum of Modern
Art, Warschau; Neuer Kunstverein Wien; Künstlerhaus, Wien (alle 2024); Belvedere 21, Wien (2023); WUK, Wien (2022) und mumok,
Wien (2021). Skarwan lebt und arbeitet in Wien und Guatemala-Stadt.
Stimmen zum Kunsthalle Wien Preis 2026
Michelle Cotton, Artistic Director, Kunsthalle Wien:
„Der Kunsthalle Wien Preis ist eine wichtige Plattform,
die jungen Künstler*innen in Wien die Möglichkeit bietet, ihre erste institutionelle Einzelausstellung und Publikation zu
realisieren. Er hebt auch die dynamische junge Szene Wiens hervor und unterstreicht gleichzeitig die zentrale Rolle, die die
Akademie der bildenden Künste Wien und die Universität für angewandte Kunst Wien im zeitgenössischen Kunstdiskurs der Stadt
spielen. Die Jury hat in diesem Jahr herausragende Präsentationen gesehen, die die Energie, den Intellekt und die Dynamik
widerspiegeln, die so viele Künstler*innen dazu bewegen, in Wien zu studieren, zu leben und zumarbeiten. Sie entschied sich
einstimmig für die Performance- und Installationsarbeiten von Lotti
Brockmann und Valentino Skarwan. Wir arbeiten nun
intensiv an der Vorbereitung ihrer Ausstellung im Dezember.“
Ulrike Kuch, Rektorin, Universität für angewandte
Kunst Wien:
"Das Verhältnis zur Zeit – zur Bewegung, zur Geschichte, als Vergänglichkeit, durch Mobilia und Immobilia
– prägt die Diplomarbeit There is nothing new under the sun, but there are new suns (2026) von Valentino Skarwan.
Das Oszillieren zwischen Skulptur und Performance nimmt dieses Motiv auf und zeigt eindrucksvoll die intensive Auseinandersetzung
mit beinahe metaphysischen Beziehungen. Die Arbeit gibt einen tiefen Einblick in Skarwans künstlerische Haltung und krönt
die multidisziplinären Studien an der Angewandten. Der Preis der Kunsthalle Wien würdigt nun Arbeit und Künstler*in. Der Preis
ist eine großartige Unterstützung für junge Künstler*innen nach ihrem Studienabschluss und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre
Werke im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Wien einem breiten Publikum zu präsentieren. Im Namen der Universität für
angewandte Kunst Wien danke ich der Jury und gratuliere Valentino Skarwan sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.“
Johan F. Hartle, Rektor, Akademie der bildenden Künste Wien:
„Die Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien zählt
für die Akademie zu den wichtigsten Kooperationen. Diese besondere Auszeichnung, der Kunsthalle Wien Preis, ermöglicht Absolvent*innen
eine einzigartige Ausstellungsmöglichkeit im Zentrum Wiens. Mit Lotti Brockmann wurde in diesem Jahr eine Absolventin ausgewählt,
die mit vielfältigen Medien die Kontexte und Bedingungen künstlerischer Arbeit reflektiert. Ihre performativen, skulpturalen
und installativen Arbeiten beschäftigen sich mit der Vergänglichkeit von Materialien und mit fragilen künstlerischen Infrastrukturen.
Dabei stellt ihre institutionstheoretische Perspektive Fragen nach Strategien der Kanonisierung, nach klimatischen Veränderungen
sowie nach
Maßeinheiten und Kriterien, die im künstlerischen Feld Orientierung bieten. Die Akademie gratuliert Lotti
Brockmann herzlich und dankt der Kunsthalle und der Jury für ihr Engagement!“
Die Jurys des Kunsthalle
Wien Preis 2026
Für die Akademie der bildenden Künste Wien, organisiert von Christine Rogi:
Michelle Cotton
(Artistic Director, Kunsthalle Wien), Carina Bukuts (Chefkuratorin, Kunsthalle Wien), Sarah Crowe (Assistenzkuratorin, Kunsthalle
Wien), Veronika Dirnhofer (Professorin für Kunst und Bild | Zeichnung, Akademie der bildenden Künste Wien), Julian Göthe (Professor
für Kunst und Raum | Objekt, Akademie der bildenden Künste Wien), Johan F. Hartle (Rektor, Akademie der bildenden Künste Wien),
Frederike Sperling (Künstlerische Leitung, Kunstraum Niederösterreich)
Für die Universität für angewandte Kunst
Wien, organisiert von Jasmin Vogl:
Michelle Cotton (Artistic Director, Kunsthalle Wien), Carina Bukuts (Chefkuratorin,
Kunsthalle Wien), Sarah Crowe (Assistenzkuratorin, Kunsthalle Wien), Ulla Rossek (Senior Artist, Abteilung Malerei, Universität
für angewandte Kunst Wien), Liddy Scheffknecht (Abteilung, Kulturwissenschaften, Universität für angewandte Kunst Wien), Frederike
Sperling (Künstlerische Leitung, Kunstraum Niederösterreich), Stefan Wirnsperger (Senior Artist, Abteilung Malerei und Animationsfilm,
Universität für angewandte Kunst Wien)
Kunsthalle Wien Preis 2026: Lotti Brockmann und Valentino Skarwan
3. Dezember 2026 – 7. Februar 2027
Kunsthalle Wien Karlsplatz
Pressetermin: 2. Dezember 2026, 11 Uhr
Ausstellungseröffnung:
2. Dezember 2026, 19 Uhr