Universität für angewandte Kunst Wien: Ohne Ossi Oberhuber wäre die Angewandte nicht das, was sie heute ist
Bestürzung, Trauer, aber auch große Dankbarkeit angesichts des Ablebens des großen Künstlers und unseres ehemaligen Rektors
17.01.2020

„Mit Bestürzung und tiefer Trauer mußten wir vom Tod des großartigen Künstlers und unseres ehemaligen Rektors Ossi Oberhuber erfahren. Gleichzeitig erfüllt uns sein Wirken, insbesondere an unserer Universität, stets mit großer Dankbarkeit. Ohne Ossi Oberhuber wäre die Angewandte nicht das, was sie heute ist.“, reagiert Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, auf die traurige Nachricht vom Ableben Oswald Oberhubers in der zurückliegenden Nacht. Bast drückt der Familie, Angehörigen und FreundInnen sein Mitgefühl aus.
Oswald Oberhuber lehrte von 1974 bis 1999 Malerei an der Angewandten und leitete die damalige Hochschule für angewandte Kunst Wien von 1979 bis 1987 und von 1991 bis 1995. Er prägte „seine Angewandte“ sehr stark. Als Rektor ergriff er entscheidende Maßnahmen, die der Wissensproduktion an der Hochschule einen besonderen Stellenwert verliehen. Neben dem Ausbau und der Aufwertung der Universitätssammlung wie auch der Universitätsbibliothek und einer aktiven Ausstellungstätigkeit holte er auch große Künstlerinnen und Künstler als Lehrende an die Hochschule. Oberhuber setzte wichtige Strukturreformen durch und begann, die Lehre für eine Vielfalt in Medien und ästhtetischen Strategien zu öffnen. Seine Qualität lag nicht zuletzt darin, dass er die künstlerischen Disziplinen nicht gegeneinander ausspielte. Als Lehrender wurde er von den Studierenden hoch geschätzt: Nie hat er diese mit didaktischem Ballast belästigt, sondern ihnen vielmehr zugetraut, sich selbst eine Meinung zu bilden. Dieses emanzipierte Verständnis der Lehre ging Hand in Hand mit der Ermöglichung von guten Studienbedingungen.
Oswald Oberhuber war auch ein großer Mäzen der Universität: Er schenkte der Angewandten rund 1200 Werke aus allen Bereichen der bildenden und angewandten Kunst. Mehrheitlich, aber nicht ausschließlich, handelt es sich um Werke von einstigen Lehrenden oder Studierenden der Angewandten. Beispielsweise gelangten durch diese Schenkungen Werke von Josef Hoffmann, Friedl Dicker-Brandeis, Erika Giovanna Klien und Franz West in die Kunstsammlung. Überdies befindet sich auch ein großes Konvolut eigener Arbeiten Oberhubers darunter, insgesamt 300 Werke. Im Oktober 2015 zeigte die Ausstellung „schenkt Oberhuber. Oberhuber schenkt“ in der Universitätsgalerie im Heiligenkreuzerhof knapp 250 Werke, welche Oberhuber der Angewandten zukommen ließ.


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