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Logar, Ernst wiss. Mitarb. Mag.art.

title
Reflecting Oil - Workshop XIX
subtitle
David Misch
type
FWF PEEK Project
keywords
Petroleum Geology, Presentation, Climate Change
texts
Im ersten Teil seines Vortrags „Grundlagen des Erdölsystems: Der Spielplatz des Erdölgeologen“ lenkt David Misch, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Lehrstuhls für Erdölgeologie an der Montanuniversität Leoben, unsere Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Elemente des Erdölsystems: Muttergestein, Speichergestein, Deckgestein und Abraumgestein. Die Prozesse, um die es dabei geht, sind die Bildung von Störstellen, die Entstehung von Erdöl, sowie dessen Migration, Akkumulation und schließlich Erhaltung im Untergrund über beträchtliche geologische Zeiträume. Dass in den Lagerstätten angesammelte Öl muss zugänglich sein, so Misch. Das Deckgestein hält das Öl an Ort und Stelle, indem es Kohlenwasserstoffe von der weiteren Migration an die Oberfläche abhält, und somit einen Erdölaustritt verhindert. Erdölaustritte sind nicht immer das Ergebnis von Nachlässigkeit der Industrie, sondern kommen auch natürlich vor, wie etwa in den kanadischen Teersänden oder in Tiefsee-Öl im Golf von Mexiko, wo das Öl ein wichtiger Nährstoff für das benthische Ökosystem ist. Er geht weiter auf das österreichischen Molasse- und Wiener Becken ein, sowie deren individuelle tektonische Umgebung und die daraus resultierende Verteilung der Lagerstätten ein. Er erzählt, wie Öl und Gas im Muttergestein erzeugt und in die gestapelten Lagerstätten des Wiener Beckens gewandert sind. In der Erdölgeologie wird die Zusammensetzung von Gesteinen und die darin enthaltenen Kohlenwasserstoffe bestimmt, um herauszufinden, wo die Kohlenwasserstoffe gespeichert sind und wie sie produziert werden können. Schließlich teilt Misch eine Reihe der wichtigsten Fragen und Probleme im Zusammenhang mit Muttergestein, Speichergestein und Deckgestein, die die erdölgeologische Forschung vorantreiben, wie etwa „Was ist die Quelle des Öls?“, „Welche Lagerstätten teilen sich eine Quelle?“ und „Wo sind die potenziellen Lagerstätten und Kohlenwasserstofffallen?“ Können fossile Brennstoffe wirklich ersetzt werden? Misch beginnt den zweiten Teil seines Vortrags „Soziale Auswirkungen von Exploration und Produktion – die Perspektive der Bösen“. indem er ausführt, dass ihn die Arbeit in der Erdölforschung aus seiner Sicht nicht zu einem dieser „Bösen“ macht ”. Ölverbrauch korreliert in westlichen Gesellschaft mit hoher Lebenserwartung und Wohlstand. Darüber hinaus gibt es Probleme mit der Effizienz erneuerbarer Energien: Produktion und Speichern von Solarenergie, Biomasse und Wind sind besonders kostspielig und sie weisen derzeit den niedrigsten Erntefaktor (Verhältnis der genutzten Energie zur investierten Energie) auf. Misch glaubt, dass globale Player im Energiesektor wie BP und Shell als Teil einer neuen Geschäftsstrategie zunehmend auf erneuerbare Energien umsteigen werden. Seiner Meinung nach ist die Nachhaltigkeit dieser neuen Energiequellen größtenteils jedoch noch eine offene Frage. Er ist der Ansicht, dass Forschung zu Energiefragen sowohl politische als auch wissenschaftliche Themen sind, und dass Entscheidungen so sachlich wie möglich getroffen werden sollten. Während er den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel nicht herunterspielen will, argumentiert Misch, dass der Klimawandel auch eine geologische Tatsache ist. Er sieht vielmehr einen Konflikt zwischen den Schwerpunkten Umweltverschmutzung und CO2-Emissionen. Aus seiner Sicht als Geologe, der in den auf der Erde aktiven Langzeitprozessen ausgebildet ist, ist er mehr besorgt über die Umweltverschmutzung. Ihr wird seiner Meinung nach im Vergleich zur CO2-Frage oft weniger Bedeutung beigemessen. Er bezweifelt, dass fossile Brennstoffe in naher Zukunft vollständig ersetzt werden. Sie stellen immer noch eine lebensfähige und wertvolle natürliche Ressource dar, die weiterhin genutzt werden wird, jedoch unter sorgfältiger Berücksichtigung ihrer ökologischen Auswirkungen. , In the first part of his presentation, “Basics of the Petroleum System: The Petroleum geologist’s playground”, David Misch, Deputy Scientific Head of the Chair of Petroleum Geology at Montanuniversität Leoben, draws our attention to the main elements of the petroleum system: source rock, reservoir rock, seal rock and overburden rock. The processes involved here are trap formation, the generation of petroleum, as well as its migration, accumulation and finally preservation in the subsurface over considerable geological timescales. Misch tells us that the oil accumulated in reservoirs needs to be accessible and that the seal keeps the oil in place, holding back hydrocarbons from further migration to the surface, and thus oil seeps. Not all oil seeps are the result of the industry’s negligence, some are natural, such as in Canadian tar sands or sub-sea oil shows in the Gulf of Mexico, where the oil is an important nutrient for the benthic ecosystem. He moves on to talk about the Austrian Molasse and Vienna basins, as well as their individual tectonic setting and resulting reservoir distribution. He also tells us about how oil and gas were generated in the source rock and migrated into the stacked reservoirs of the Vienna Basin. Petroleum geologists determine the composition of rocks and the hydrocarbons they contain, in order to find out where the hydrocarbons are stored and how they may be produced. Finally, Misch shares a list of key questions and issues related to source, reservoir and seal that propel petroleum geologists’ research forward, such as “What is the source of the oil?”, “Which deposits share one source?” and “Where are the potential reservoirs and hydrocarbon traps?” Can fossil fuels really be replaced? Misch begins the second part of his presentation, “Social Impact of Exploration and Production – A view from the ‘bad guys’”, by telling us that, in his view, working in petroleum-related research does not make him a “bad guy”. Oil consumption is correlated with life expectancy and wealth in Western societies. Furthermore, there are issues with the energy efficiency of renewables: solar, biomass and wind are among the most expensive to produce and store and currently have the lowest Energy Return on Investment of Energy (EROIE). Misch believes that global players in the energy sector like BP and Shell are going to increasingly move to renewables as part of a new business strategy. In his opinion, however, the question of sustainability has not yet been answered for most of these new energy sources. He believes that energy-related research is as much a political issue as it is a scientific topic, and that decision-making should be kept on a factual basis as much as possible. While he does not want to downplay the influence of humans on climate change, Misch argues that climate change is also a geological fact. He sees the argument as split between pollution and CO2 emissions. From his perspective as a geologist educated in the long-term processes active on earth, he is more concerned about pollution, which in his opinion is often less prominently discussed compared to the CO2 issue. He doubts that fossil fuels will be fully replaced in the near future and argues that they still represent a viable and valuable natural resource, which could continue to be used, but with careful consideration of their environmental impact.
project lead
Ernst Logar
project partners
Montanuniversität Leoben Department Mineral Resources and Petroleum Engineering, Petrocultures research group
funding
Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung
funding category
Programme for Arts-based Research (PEEK)
contributors
Misch, David
Guest
date
date
2021-02-09 – 2021-02-09
URL