Teachers and Employees

Deifel, Valerie Univ.-Ass. Mag.phil. Dr.phil.

Vorträge
„In seinem unaufhörlichen Hin-und-Her steht das Warten still. Die Reglosigkeit des Wartens, und doch nichts reger als sie.“ (Maurice Blanchot) Im Warten bündeln sich Widersprüche, denn es genügt nie. Weder sich selbst, noch der Geschichte. Weder der Wirklichkeit, noch dem Bild, in dem sie sich findet. Das Kino, diese Maschine des Ungleichzeitigen, nimmt das Warten auf. Es materialisiert dessen Bestimmtheit zwischen Bewegung und Ruhe, dessen Spannung zwischen einem Bei-sich- und einem Außer-sich-Sein. Warten schafft Räume. Es nimmt dem Alltäglichen seine Selbstverständlichkeit.Im Kino setzt es Züge frei, die ihre eigenen Territorien hervorbringen, obgleich sie bekannte Landschaften durchqueren. Der Zeuge, der seine zweite Reise antritt, den das Fenster des Abteils schützt. Der Philosoph, der einer Lehrstunde über die Unmöglichkeit des Ankommens beiwohnt, den der Blick des Fremden trifft. Warten erlaubt Stille. Die Geschichte hält einen Moment inne, hört auf die Leere und ihre Möglichkeiten. Nimmt nicht das Bild des Schnees wahr, sondern sein Knirschen. Im Osten beginnt die Zeitrechnung nach der Revolution. Von nun an wird die Utopie verzeitlicht. Für die handelnden Menschen gibt es keinen Fluchtpunkt mehr. Selbst das Kino wartet.
Titel der Veranstaltung: Züge des Wartens - Politik des Films
VeranstalterIn: Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Titel des Vortrags: Workshop "Verbesserung der Utopie" (Chair)
Datum: 25.11.2011
Co-Vortragende(r): Petra Löffler, Michael Paninski