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Weber, Johannes ao. Univ.-Prof. Dr.phil.

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Ein Bild sagt mehr ale 1000 Worte: Steinverwitterung und -konservierung
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Conservation and Restoration
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Die Verwitterung und Konservierung von Stein in Architektur und Skulptur stellt ein wesentlich diffizileres Thema dar als gemeinhin angenommen wird. Bezüglich Mineralbestand und Gefüge sind Natursteine bereits im unverwitterten Zustand komplexe Feststoffe, deren petrophysikalische Kennwerte durch verschiedene, teils genormte Prüfverfahren lediglich statistisch erfasst werden können. Die eigentliche Information über die Kornbindung und deren Defekte, aber auch über die topografische Verteilung von Festigungsmitteln erschließt sich nur durch Untersuchungsmethoden mit hohem räumlichen Auflösungsvermögen, wie sie derzeit vorwiegend mit Mitteln der Mikroskopie erzielbar sind. Der Beitrag versteht sich als Teil einer „Trilogie“, die den Einsatz von Licht- und Rasterelektronenmikroskopie für verschiedene Fragen der Konservierungsforschung und Archäometrie zum Inhalt hat. Großteils anhand von polierten Dünn- und Anschliffen soll ein methodischer Querschnitt der Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Natursteinkonservierung vorgestellt werden, der von der Charakterisierung von Porenraum und Kornbindung im unverwitterten Stein über verschiedenartige Gefügedefekte, wie sie durch natürliche oder im Labor induzierte Alterungsprozesse entstehen, bis hin zur Visualisierung der Wirkstoffe von Steinfestigungsmitteln im Porenraum. Letztere Anwendung wird anhand von exemplarischen Ergebnissen aus einem breit angelegten Forschungsprojekt verdeutlicht, in dem die Gelegenheit bestand, die mikroskopischen Befunde mit traditionellen makrokopischen Messdaten zu korrelieren. Dabei kommt der Quantifizierung von Porenfüllungsgraden durch Festiger in Abhängigkeit von der Tiefe einige Bedeutung zu, ebenso wie den mikromorphologischen Eigenschaften der Wirkstoffe in Bezug zu den umgebenden Körnern des Substrats. Ein weiterer Abschnitt des Beitrags widmet sich den gängigen Schutzbehandlungen der Steinoberfläche, die als Beschichtungen in Form mineralischer Schlämmen, oder aber als hydrophobierende Behandlung mit Silikonsystemen, bzw. in Kombination beider Ansätze vorgenommen werden. Bei der Bewertung von unterschiedlichen Schlämmensystemen kann die Polarisationsmikroskopie wie auch das REM in Ergänzung zu anderen Verfahren wichtige Kriterien liefern, während für imprägnierende Hydrophobierungen mit ihren geringen Schichtstärken lediglich das REM in hoher Auflösung verwertbare Ergebnisse liefert. Anhand ausgewählter Beispiele wird der Beitrag die angesprochenen Methoden in Wort und Bild vorstellen und ihre Potenziale gegenüber bzw. in Kombination mit Laborprüfungen physikalisch-mechanischer Kennwerte diskutieren.
Lecturers
Johannes Weber
title of event
Jahrestagung 2019 Archäometrie und Denkmalpflege
organisers/management
Arbeitskreis Archäometrie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
contributors
E. Mascha
contribution
M. Milchin
contribution
date, time and location
date
2019-09-11 – 2019-09-13
location
Wien (Österreich)
URL