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Weber, Johannes ao. Univ.-Prof. Dr.phil.

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: Histor.Mörteltech.v.d.Antikie bis ins 20.Jh.
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Archaeometry
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In allen Kulturen stellt die Entwicklung der Mörteltechnologie einen wesentlichen Faktor für den Stand des Bauwesens dar. Da die jeweilige Produktions- und Verarbeitungstechnologie einem zeitlichen Wandel unterworfen ist, kann das Studium von Mörteln für die relative Datierung innerhalb eines Gebäudekomplexes oder einer Anlage hilfreich sein. Bildgebende Analysemethoden ermöglichen nicht nur die Identifizierung und chemisch-mineralogische Charakterisierung der einzelnen Mörtelkomponenten, sondern auch die Untersuchung der topografischen Beziehungen zwischen ihnen sowie der Mikrogefügeeigenschaften der Mörtel. Auf der Basis von petrografischen Dünnschiffen werden durch die Kombination verschiedener mikroskopischer Verfahren die verwendeten Bindemittel- und Zuschlagsarten, das System aus Rissen und Makroporen, allfällige Sekundärprodukte und Veränderungen, sowie insgesamt die räumlichen Beziehungen zwischen allen Komponenten und Gefügephänomenen untersucht. Dabei bildet das Bindemittel den Schlüssel zum Verständnis und zur korrekte Klassifizierung des Mörteltyps, was wiederum zur Datierung eines Mörtels und zur Beurteilung seines Erhaltungszustandes beitragen kann. Dieser Beitrag widmet sich der Analyse polierter petrografischer Dünnschliffe von charakteristischen Mörteln der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert, welche die methodisch beste Herangehensweise zum Studium der Mörteltechnologie unter Einbeziehung aller Schichten in ihrem stratigrafischen Zusammenhang bietet. Ein derartiger Dünnschliff kann mit optischer Polarisationsmikroskopie (PLM) ebenso analysiert werden wie mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) und verschiedenen spektroskopischen Techniken wie energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDS), Infrarot-(FTIR) und Ramanspektroskopie. Der Umstand, dass alle diese Untersuchungen an ein und demselben Probenpräparat vorgenommen werden können, erlaubt die Korrelation verschiedener Messresultate, was der Ergebnisinterpretation zugutekommt. Die Resultate aller genannten bildgebenden Techniken können in Form kombinierter Bilder gemeinsam interpretiert und mit bildanalytischer Software quantitativ ausgewertet werden.
authors
Johannes Weber, A. Baragona, F. Pintér
editors
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
publishers
k.A.
date
2019
location
Bochum (Österreich)
URL
published in
title
Metalla
volume/issue
Sonderheft 9
pages
129-132
edition
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