Lehrende und MitarbeiterInnen

Dusl, Andrea Maria Univ.-Lekt. Mag.art. Dr.phil.

Titel
Nach Diktatur verreist
Typ
Zeitungsbericht
Schlagwörter
Kulturanthropologie
Texte
Beschreibung
Ein ebenso reicher wie greiser Milliardär verlässt Konzern und Kanada, um im Lande seiner Geburt nach dem Rechten zu sehen. Unter dem wutbürgerlichen Applaus von Enttäuschten und Getäuschten erwirbt er Abgeordnete und Aufmerksamkeit. Wissenschafter sind für ihn Volltrottel, Journalisten Rotzbuben, Politiker Verräter und Reputationsbeschädiger. Sein unternehmerischer Wille ist Gesetz, zumindest in der Partei, dessen Programm und Name er ist. Einen körpersüchtigen Automechaniker und Nahkämpfer zieht es gerne in die Höhe und von dort wieder hinunter. Unter logistischer und finanzieller Millionenbeteiligung durch einen öffentlichkeitsnärrischen Sprudelkonzern lässt sich der Extremsportler spektakulär in die Stratosphäre bringen, um vor den Augen der Welt in die Tiefe zu sausen. Am sicherem Fallschirm gelandet, geht diesmal nicht die Faust, sondern das Innere mit ihm durch und er bekennt im Zeitungsinterview seine Sehnsucht nach gemäßigter Diktatur. In der schlagkräftigen Familiensendung über Talent und Tapferkeit vergeuden sich Privatkomiker, Amateurtenöre, artistisch Begabte und akustisch Geforderte. Eine schrill-derbe Kommission aus Jodelprinzessin, Hupfdohle, Rapp und Rapper drückt Plus und Minus und trennt Spreu von Halmen. Im Finale, es gibt tausend Hunderter zu gewinnen und einen Volkswagen, treten die Besten der Guten gegeneinander an und eine Provinzpipsi mit Hund. Der Hund gewinnt. Drei Auffälligkeiten in Österreich.
Autor*innen
Andrea Maria Dusl
Datum
2012-11-17
Ort
Salzburg (Österreich)
URL
erschienen in
Titel
Salzburger Nachrichten (Gast-Kolumne 'Lebensart')