Lehrende und MitarbeiterInnen

Bettel, Florian Sen.Sc. DI Dr.phil.

Öffentliches (mediales) Erscheinen künstlerischer Arbeiten
Endete das erste Panel damit auf einer explizit politischen Note, so schloss das zweite Panel unter dem Titel „Die Geste und das Politische“ hieran an. Den roten Faden bildeten Fragen nach Erscheinung, Verwendung und Wirkmacht von Gesten in kollektiven Protestsituationen, nach ihrer medientechnischen Einbettung sowie dem Übergang politischer Gesten in künstlerische, (pop-)kulturelle und ökonomische Kontexte. Eine erste Perspektive auf diese Verflechtungen gab FLORIAN BETTEL (Wien) in seiner Paneleinführung. Mit Blick auf die gemeinsame Projektarbeit und ausgewählte Beispiele medial dokumentierter Protestbewegungen beschrieb Bettel, auf welche Weise Künstler/innen die Ästhetik des Protests in das eigene Werk einbauen oder in umgekehrter Weise durch künstlerische Praxis in Proteste eingreifen. In beiden Fällen würden dabei Strategien der medialen Sichtbarkeit und Verbreitung angewendet, um in heutigen Aufmerksamkeitsökonomien zu bestehen. Eine Parallelbewegung dazu identifizierte Bettel in gegenwärtigen popkulturellen Aneignungen von Ästhetiken des Protests, beispielsweise in Musikvideos und Werbekampagnen. Dies signalisiere nicht zuletzt auch, dass das Krisenhafte mitsamt seinen politischen Momenten, Symboliken und Ausdrucksformen in ökonomische Verwertbarkeitslogiken eintrete, in denen die politische Geste schließlich warenförmig werde. Angesichts dieser Entwicklungen lasse sich mit Walter Benjamins Kunstwerk-Aufsatz, so Bettels abschließende theoretische Anregung, der These einer „Ästhetisierung der Politik" die Annahme einer (sicherlich ambivalenten) Politisierung von Ästhetik beistellen.
Titel der Produktion: Throwing Gestures – The Entanglement between Gesture, Media and Politics (2018 / Online)
Datum des Erscheinens: 28.03.2019
Medium: H/Soz/Kult, Berlin (Deutschland)
Programschiene / Rubrik: Tagungsbericht
Link: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8183