Künstlerische Forschung


Weitere Informationen zu Projekten künstlerischer Forschung im Rahmen des PEEK-Programms des FWF finden Sie in der Projektübersicht:
Projekte künstlerischer Forschung


Choreo-ethische Assemblages: Erzählungen bloßer Körper

Projektleiterin: Mariella Greil-Möbius
Abteilung: Kunst und kommunikative Praxis
Choreo-ethische Assemblages: Erzählungen bloßer Körper – ist ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Mariella Greil. Im Dialog mit internationalen Spezialisten aus den Bereichen Performance, Philosophie und Therapie erforscht sie die verschiedenen Beziehungen und Schnittstellen zwischen den drei Forschungsbereichen mit dem Fokus auf Praktiken / Formen / Methoden des In-Kontakt-Seins. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Feldern werden erforscht, reflektiert und – wo möglich – zur Synthese gebracht.

Mit ‘Praxis als Forschung’ inszeniert Choreo-ethische Assemblages: Erzählungen bloßer Körper eine Vielfalt choreo-ethischer, intersubjektiver und transdisziplinärer Begegnungen. Das Projekt erforscht die Bewegungen, Verknüpfungen und Zwischenräume zwischen Praxis und Theorie und entwickelt besondere Gewandtheit im Zusammenspiel zwischen Denken und Tun. Die konzeptuelle Bedeutung choreo-ethischer Assemblages, verstanden als hochmobile Bündelungen, die an singuläre, ästhetisch-kommunikative Situationen gebunden sind, wird in der Praxis erprobt. Eine Vielzahl von Dialogpraktiken und -modalitäten stehen in den vorgeschlagenen interdisziplinären Laboratorien zur Verfügung. Die Hypothese ist, dass solche Assemblagen in Kunst, Philosophie und therapeutischen Settings gleichermaßen entstehen. Der Vorschlag ist es, sich der Fragestellung zu widmen, wie Choreo-Ethik – ein neu geprägter Begriff – Prozesse aktivieren kann, die mit Hilfe kreativer, performativer Werkzeuge das Gewebe sozialer Ästhetik bilden. Durch die Anwendung einer Vielzahl von Techniken, Scores und Praktiken des In-Kontakt-Bringens entstehen – mit sorgfältig gelenkter Aufmerksamkeit und durch das Kultivieren des Mit- und Durcheinanderdenkens – Sinneskörper. In erweiterten Zeitfenstern, die Studioexperimenten gewidmet sind, wachsen das Bewusstsein und die Fähigkeit, interrelationale, choreo-ethische Kultur zu entwickeln, basierend auf Erfahrungen und Handlungen, die mit dialogischem Diskurs verwoben sind.
Dieses einzigartige Forschungsprojekt arbeitet an der Artikulation und Aktualisierung von politisierter Praxis und den immanenten ethischen Kräften, die gerade dort entstehen, wo Begegnungen, Kollisionen und generative Widerstände zwischen Menschen auftreten, aber auch im Raum, der sich zwischen den Praktiken (Performance, Philosophie und Therapie) eröffnet. Die Erschließung und genaue Untersuchung nonverbaler und verbaler Methoden zur Bildung von Begegnungen, Interaktionen, Spuren oder Spekulationen im Rahmen polylogischer Laboratorien ist von zentraler Bedeutung und führt zu verkörperten Erkenntnissen und deren Verbreitung durch Workshops, offene Labore, Performances, Vorträge und Publikationen. Eine reichhaltige Sammlung von Erzählungen bloßer Körper wird entwickelt – im Bereich der Kunst als potentielle, soziale Intervention eingehend untersucht und erprobt – und Erkenntnisse sowie Prozesse dieser Forschung werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.