Kunstsammlung und Archiv

Leitung: Sen. Sc. Mag. phil. Cosima Rainer
Archiv: Leitung OR Silvia Herkt, BA, MA
Kostüm- und Modesammlung: Leitung Dr. phil. Elisabeth Frottier, MAS
Kunst- & Designsammlung: Leitung Sen.Sc. Mag.phil Cosima Rainer
Oskar Kokoschka-Zentrum: Leitung Sen.Sc. Mag.phil. Dr.phil. Bernadette Reinhold
Victor J. Papanek Foundation
: Leitung Univ. Prof. Alison J. Clarke, MA (RCA), PhD. dr.littD.h.c.


 
Nach dem Vorbild von internationalen Universitätsgalerien und -sammlungen hat die Universität für angewandte Kunst Wien seit den 1960er Jahren eine „Schulsammlung“ aufgebaut, die sich entlang der Geschichte der k. k. Kunstgewerbeschule entwickelte. Auf Initiative des ehemaligen Rektors Oswald Oberhuber tritt sie seit den 1980er Jahren aktiv als Kunst- und Designsammlung in Erscheinung. Ausgehend von der Gründungszeit um 1900 liegt ein Schwerpunkt bei Künstler_innen der Wiener Werkstätte und des Jugendstils, die an der Ausrichtung der Kunstgewerbeschule mitgewirkt haben. Dabei lag das Augenmerk auch auf unterschätzten und wenig bekannten Positionen.

Die Verbindung von Kunstsammlung und historischer Dokumentation wurde unter Dr. Erika Patka etabliert (Leiterin von 1980 bis 2004). Im Jahr 1996 wurde das Oskar Kokoschka-Zentrum, welches u. a. über den gesamten Bibliotheks-, Zeitschriften- und Fotonachlass des Künstlers verfügt, als Forschungszentrum integriert. 2004 konnte unter Rektor Gerald Bast auch die historisch bedeutende „Kostüm- und Modesammlung“ des Hauses mit ihren heute rund 8.000 Objekten in den Bestand der Kunstsammlung überführt werden. Mit Senatsbeschluss vom Dezember 2010 wurden „Kunstsammlung und Archiv“ dem Bereich „Lehre, Kunstentwicklung, Forschung“ zugeordnet.
Der Kunsthistoriker Patrick Werkner (Leiter von 2004 – 2018) verstand „Kunstsammlung und Archiv“ als zukunftsorientiertes Gedächtnis der Universität für angewandte Kunst Wien. Die Abteilung entfaltete sich zu einem Forschungsinstitut und einer bedeutenden Leihgeberin im nationalen und internationalen Leihverkehr und zeigte sich für wichtige Ausstellungsprojekte und Publikationen in Wien mitverantwortlich. Die Zugänglichkeit der Bestände wurde durch eine sich kontinuierlich vergrößernde digitale Sammlungsdatenbank ermöglicht. Im November 2015 eröffnete das neue Zentraldepot in dem die Sammlungsbestände gelagert sind und das auch als Schaudepot fungiert.
Seit Mai 2018 leitet die Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin Cosima Rainer das Forschungsinstitut.

Bestand

Im Bestand von „Kunstsammlung und Archiv“ gibt es somit mehrere Schwerpunkte, die sowohl im österreichischen Kontext als auch international von Bedeutung sind. Dazu gehören:

•    Kunst der Wiener Werkstätte, Jugendstil, Wiener Moderne
•    Wiener Kinetismus - die in den 1920er-Jahren aus der Kunstgewerbeschule hervorgegangene Avantgarde
•    Architekturmodelle bedeutender Bauten der österreichischen Moderne
•    Beispiele aus allen Bereichen der angewandten und bildenden Kunst des 20. Jhd.
•    die Victor J. Papanek Foundation (Nachlass und Studienbibliothek)
•    die Kostüm- und Modesammlung mit historischem Bestand seit dem 18. Jhd.
•    das Oskar Kokoschka-Zentrum (Studienbibliothek, Fotosammlung, Archivalien, private Bibliothek von Oskar und Olda Kokoschka)
•    das Universitätsarchiv (u.a. Verwaltungs-, Personal- und Schülerakten seit 1867, Archivalien und Nachlässe)

Geprägt durch wichtige Schenkungen und Nachlässe, verfügt „Kunstsammlung und Archiv“ heute über 65.000 Objekte mit Schwerpunkten u. a. zu Fred Adlmüller, Friedrich Berzeviczy-Pallavicini, Friedl Dicker-Brandeis, Josef Hoffmann, Gertrud Höchsmann, Anton Kolig, Adele List, Bertold Löffler, Elly Niebuhr, Otto Niedermoser, Franz Schuster, Margarete Schütte-Lihotzky und Emmy Zweybrück-Prochaska.


Aufgaben und Entwicklungsperspektiven

„Kunstsammlung und Archiv“ dienen der Erschließung der Künste und der Forschung sowie der Lehre

•    mit Publikationen, Ausstellungen, Symposien
•    mit Lehrveranstaltungen ihrer Mitarbeiter_innen
•    mit Kooperationsprojekten, bisher z.B. mit Studierenden des Instituts für Konservierungswissenschaften und Restaurierung/Technologie, mit Studierenden des Instituts für Design, insbesondere des Bereichs Mode, dem postgradualen Lehrgang /ecm und mit allen an den zeitgenössischen und historischen Sammlungsbeständen interessierten Lehrenden des Hauses
•    mit Forschungsprojekten zu den verschiedenen Sammlungsbereichen, die seit langem durch Forschungsförderungseinrichtungen finanziert werden (Fonds zur Förderung der wiss. Forschung, Österreichische Nationalbank, Stadt Wien,...)
•    indem sie Leihgaben für auswärtige Ausstellungen zur Verfügung stellen und an den entsprechenden Publikationen mitarbeiten
•    indem sie als Forschungseinrichtung nach Voranmeldung zugänglich sind und allen Studierenden, Diplomand_innen, Dissertant_innen und Habilitand_innen sowie allen anderen Forscher_innen ihre Materialien und ihr Know-how zur Verfügung stellen.

All diese Aufgaben werden auch in Zukunft wahrgenommen werden. Dabei soll der Ausbau der Kunst- und Designsammlung im Hinblick auf die zeitgenössischen Entwicklungen in Kunst, Design und Architektur verstärkt werden. Die Werke aller Sammlungsbereiche werden in zahlreichen Ausstellungen im Heiligenkreuzer Hof sowie in Kooperationen mit österreichischen und internationalen Ausstellungshäusern und als Leihgaben regelmäßig präsentiert. Zudem werden im Dialog mit zeitgenössischen Künstler_innen, Lehrenden und Studierenden der Universität immer wieder neue Blickwinkel auf die Sammlungen eröffnet.



Florian Pfaffenberger, Schaukasten Kunstsammlung, 2018.