Call for Papers: Let’s fabulate!

Künstlerische Entwürfe für ein besseres Zusammenleben

Einreichfrist: 18. März 2019
Call for Papers für das Studienjahr 2019/20 Vortragsreihe „Kunst – Forschung – Geschlecht“ Vortragsreihe der Abteilung für Genderangelegenheiten, Universität für angewandte Kunst Wien
Die Vortragsreihe "Kunst – Forschung – Geschlecht", die von der Abteilung für Genderangelegenheiten der Universität für angewandte Kunst Wien organisiert wird, widmet sich im Studienjahr 2019/20 dem Thema "Let’s fabulate! Künstlerische Entwürfe für ein besseres Zusammenleben". Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem angehängten Call.

Deadline für Einreichungen ist der 18. März 2019.

Der Begriff der Utopie, utopische Gesellschaftsentwürfe sollen im Studienjahr 2019/20 im Zentrum der disziplinenübergreifenden Vortragsreihe „Kunst – Forschung – Geschlecht“ stehen. Dies, obwohl Utopien häufig belächelt, zumeist unter politischer Naivität verbucht werden. Im besten Fall werden sie als schlicht nicht verwirklichbar und damit als irrelevant aufgenommen, im schlechtesten Fall gerinnen sie zu sozialen Experimenten, die bestehende Ungleichheiten und Hierarchien reproduzieren, die neue tyrannische Verhältnisse hervorbringen.
In dieser Lesart sind utopische Vorstöße einer zielgerichteten Arbeit für ein mögliches besseres Leben Aller wenig zuträglich. Doch Begriff und Idee können auch anders gelesen und eingesetzt werden: als ein Aufblitzen von ‚Momenten des Guten in einem schlechten Jetzt’ (Herbert Marcuse, Avery F. Gordon), als ein Erkennen von Alternativen oder ein Wissen um Möglichkeiten und damit als Motivation, trotz entmutigender gesellschaftlicher Entwicklungen weiter für ein solidarisches Miteinander zu kämpfen (Bini Adamczak). Derart werden Utopien in queer_feministischen künstlerischen und theoretischen Auseinandersetzungen zum Einsatz gebracht, wenn dominante Narrative korrigiert, stärkende und auch konfliktuöse historische Bezugspunkte gesucht, wenn Manifeste formuliert werden, die sich vielleicht arglos geben oder den Willen vermitteln, radikal einzugreifen, um Mögliches zu verwirklichen; wenn wechselseitige Anerkennung und Unterstützung anstelle von Konkurrenz gelebt, andere Arbeitsweisen ersonnen werden, Umverteilung vollzogen, wenn eine feministische Republik oder eine Welt, die nicht auf Nationalstaaten baut, angedacht werden.

Wir interessieren uns für queer_feministische, künstlerische und künstlerisch-aktivistische Positionen und Praxen, die sich vergleichbar affirmierend auf einen Begriff von Utopie beziehen, um mit ihm bessere Verhältnisse und Formen des Zusammenlebens zu fabulieren und damit alternative Setzungen im Raum des Möglichen vorzunehmen. Utopische Vorwegnahmen in Bezug auf folgende Bereiche könnten thematisiert werden: Arbeit inklusive Care-Arbeit / Reproduktionsarbeit, Technologie, Identitäten, Körper und Affekte, Nationalstaat / No Border, Recht auf Stadt, kommende Nachhaltigkeit („Umwelt“), Solidarität, Commons, Bildung zur Utopiefähigkeit – und vieles mehr.

Zur Vortragsreihe:
Die Vortragsreihe „Kunst – Forschung – Geschlecht“ wird im Studienjahr 2019/20 an der Universität für angewandte Kunst Wien stattfinden und kann auch als Lehrveranstaltung absolviert werden. Die Vortragsreihe wird von der Abteilung für Genderangelegenheiten organisiert.

Eingeladen sind Wissenschaftler_innen und Künstler_innen aller Disziplinen, ihre Perspektive zu obigen Fragestellungen vorzustellen. Insbesondere möchten wir Nachwuchswissenschaftler_innen auffordern, Abstracts einzureichen – zum Beispiel aus dem Bereich Ihrer Dissertation. Vortragende erhalten ein Honorar von € 300, Reisekosten werden übernommen.

Pro Studienjahr werden üblicherweise acht Vorträge ausgewählt, die jeweils mittwochs an der Angewandten stattfinden. Die Dauer des Vortrages ist mit maximal 60 Minuten angesetzt. An den Vortrag schließt eine Diskussion an.

Konzept & Organisation der Reihe: Abteilung für Genderangelegenheiten

Einreichungen bitte per E-Mail bis spätestens 18. März 2019 an gender@uni-ak.ac.at mit
• Arbeitstitel
• Abstract (300 Wörter)
• Kurzbiografie
• Vollständigen Kontaktdaten
Einreichungen können in deutscher oder englischer Sprache erfolgen.

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