Hinter den Spiegeln der Wissenschaft

In einem interdisziplinären Projekt des Instituts für Molekulare Biotechnologie und der Universität für angewandte Kunst Wien, werden wissenschaftliche Arbeiten fotografisch interpretiert.

22. Januar 2019

Im Rahmen des Wissenschaftsballes, am 26. Jänner 2019, werden Fotos aus dem Buch "Looking Glass. Photographic Essays on the Mechanisms of Life" auf einem Screen gezeigt.
Als der Forscher Antoni van Leeuwenhoek 1675 erstmals Bakterien unter seinem Mikroskop entdeckte, gab er den Anstoß, in unbekannte, wissenschaftliche Sphären vorzudringen. Auch Kunst kann Dinge, die sonst im Dunkeln bleiben würden, erklären und beschreiben. Das ist die Grundlage für eine neue Kooperation zwischen dem Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, und der Universität für angewandte Kunst Wien. In „Looking Glass – Photographic Essays on the Mechanisms of Life“ wurden 15 IMBA-Publikationen der letzten 15 Jahre, von Studierenden der Angewandten fotografisch interpretiert. Das Ergebnis: Molekulare Grundlagenforschung in neuem, ästhetischen Licht. „Sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft geht es darum, überraschende Fragen aufzuwerfen, und Zusammenhänge zu erkennen, die über das Offensichtliche hinausgehen. Nur dann kann man bahnbrechende Entdeckungen machen“, so Josef Penninger, Gründungsdirektor des IMBA und einer der Herausgeber des Buches.

Auch Maria Ziegelböck, Leiterin der Klasse für Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien begrüßt die Kooperation: „Das Interessante war bei diesen verschiedenen Lösungen zu sehen, dass sich jeder und jede einen anderen Aspekt herausgenommen hat, um diesen wiederum in die eigene Bildsprache zu übersetzen. Der Forschungsprozess an sich, das Ergebnis, selbst das Scheitern, kann auf die Bildfindung angewandt werden, genauso wie der Zufall - Elemente, die sowohl in der Wissenschaft als auch in kreativen Prozessen eine große Rolle spielen." Die Angewandte setzt sich wie das IMBA verstärkt für den Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst ein. Insbesondere die Verknüpfung von künstlerischen und naturwissenschaftlichen Arbeitsprozessen, tragen zum Erkenntnisgewinn der Wissenschaften bei, so Rektor Gerald Bast.

Wie sieht es also aus, wenn sich Erbgut in der verschmolzenen Ei-Samen-Zelle strukturiert (Cell, 2016)? Und wie stellt man die Rolle des Proteins RANKL bei Osteoporose, und Krebs (Nature, 2016) bildlich dar? Sehen Sie selbst – nicht nur hier, sondern auch als Projektion am Ball.

Looking Glass         
Photographic Essays on the Mechanisms of Life
Hrsg. v. Bast, Gerald / Penninger, Josef / Ziegelböck, Maria / Heider, Caroline / Méhu-Blantar, Ines / Devuyst, Evelyn


Looking Glass Photographic Essays on the Mechanisms of Life