Begegnung der Kempelenschen Sprechmaschinen

Im Rahmen der internationalen Tagung zur Geschichte der Sprachkommunikation laden wir gemeinsam mit der Universität des Saarlandes (Phonetik) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Inst. für Schallforschung) herzlich ein zur Begegnung der Kempelenschen Sprechmaschinen
Eintritt ist frei!
Ende des 18. Jahrhunderts präsentierte Wolfgang von Kempelen (1734 -1804), Beamter am Hofe Maria Theresias und Erfinder,  zwei erstaunliche Maschinen: Einen mechanischen Schachspieler in Form einer Puppe, „Türke“ genannt, und ein kleines Kästchen mit allerlei Tasten und Hebeln, das sprechen konnte. Kempelens Sprechmaschine sollte Gehörlosen ermöglichen zu sprechen, sein 1791 erschienenes Buch „Mechanismus der menschlichen Sprache“ gilt heute als Ausgangspunkt der experimentellen Akustik und der modernen Phonetik. Zugleich eröffnet seine Sprechmaschine einen Diskurs über Rational Entertainment und die Wissenschaftskultur der Aufklärung.

Beim Workshop werden fünf Rekonstruktionen der Kempelenschen Sprechmaschine, das Original ging im 19. Jahrhundert verloren, präsentiert. Erstmals begegnen sich die Nachbauten aus Budapest (Gábor Olaszy)
, Mannheim (Fabian Brackhane), München (Silke Berdux, Alexander Steinbeißer), Saarbrücken (Jürgen Trouvain) und Wien (Jakob Scheid). Nach der Vorstellung und Erprobung der Maschinen werden die unterschiedlichen Zugänge, Möglichkeiten und Grenzen des maschinellen Sprechens diskutiert sowie Dialoge zwischen den Maschinen an der Grenze zwischen Sprechen und Musik initiiert.

Programm:

16:00 - 17:30 Begrüßung, Vorstellungen der Nachbauten
17:30 - 17:45 Pause
17:45 - 18:15 Podiumsdiskussion "Aspekte der Sprechmaschine"
18:15 - 18:45 Sprechmaschinen im Vergleich und in direkter Begegnung
ab 18:45      Improvisationen und Dialoge, Ausklang.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Fritz Thyssen Stiftung.

Information:

ao. Univ.-Prof. Dr. Ernst Strouhal
Universität für angewandte Kunst Wien
Abt. Kulturwissenschaften
Oskar Kokoschka-Platz 2
1010 Wien
T: ++431 71133 2775
M: ernst.strouhal@uni-ak.ac.at








Rekonstruktion und Interpretation der Kempelenschen Sprechmaschine von Jakob Scheid (Universität für angeewandte Kunst Wien (Foto: Manfred Rahs, 2003)
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