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Österreichische Avantgarden nach 1945 (Cultural Studies)
Ort und Zeit
Anmerkungen
Teilnahmevoraussetzungen: Nachweis über den positiven Abschluss von zwei Proseminaren und einer Vorlesung in Kunst- oder Kulturgeschichte
Prüfungsmodalitäten
mündliche und schriftliche Arbeit (Abgabe bis 15. August 2012)
Themenstellung der Lehrveranstaltung
Literarische Cabarets“ (1958/59), „Verschimmelungsmanifest“ (1958), „Uni-Aktion“ (1968). Während sich die historische Avantgarde der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich auf einen kleinen Kreis beschränkt, kommt es ab etwa 1950 zu einer Explosion avantgardistischer Kunst, Literatur und Architektur. Diese virulente und produktive Epoche mit häufig interdisziplinär ausgerichteten ProtagonistInnen wie Oswald Wiener, Günter Brus, VALIE EXPORT, Peter Weibel, Birgit Jürgenssen, u.a. wird im Zentrum der Lehrveranstaltung stehen.
Die Lehrveranstaltung eignet sich sowohl aufgrund der behandelten transdisziplinären Ansätze der Künstler und Künstlerinnen und dem Ins-Zentrum-Stellen von Hybriden (Grenzbereiche zwischen bildender Kunst, Litertaur, Musik, Architektur und Theater) für den Studienschwerpunkt Cultural Studies als auch durch die Beleuchtung der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Österreich der Nachkriegszeit.
Dabei geht es darum, die unterschiedlichen Positionen – von gegenständlichen über abstrakte bis zu performativen – in ihren historischen, politischen, gesellschaftlichen und kunstimmanenten Zusammenhängen zu untersuchen. Wichtige künstlerische Events, kulturpolitische Ereignisse, Institutionen, Ausstellungen und Örtlichkeiten („Artclub“, „Strohkoffer“, „ZOCK“, „Galerie Junge Generation“, „Kunst und Revolution“, „MAGNA“, „Galerie im Griechenbeisl“, „INTAKT“) kommen genauso zur Sprache wie die spezifische kulturpolitische Situation in Österreich. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die derzeit international stark rezipierte Aktionskunst (Wiener Gruppe, Wiener Aktionismus, feministische Aktionskunst) gelegt werden.
Zugleich möchte die Lehrveranstaltung neben renommierten Positionen auch auf die Spur von wichtigen, in der Rezeption marginalisierten Künstlern und vor allem Künstlerinnen gehen und aufzeigen, inwieweit sich damals herausgebildete Tendenzen bis in die heutige Gegenwartskunst fortschreiben bzw. von dieser kritisch reflektiert werden.
Neben der Arbeit im Hörsaal wird der Besuch von Archiven und das Gespräch mit ProtagonistInnen der damaligen Szene einen wichtigen Stellenwert in dieser Lehrveranstaltung haben.
Literatur zur Einführung
- Weibel, Peter und Valie Export (Hrsg.), wien. bildkompendium wiener aktionismus und film, frankfurt am main 1970.
- Breicha, Otto (Hrsg.), Der Art Club in Österreich. Zeugen und Zeugnisse eines Aufbruchs, Wien, München 1982.
- Fleck, Robert. Avantgarde in Wien. Die Geschichte der Galerie nächst Sankt Stephan 1954-1982. Kunst und Kunstbetrieb in Österreich, Wien 1982.
- Klocker, Hubert (Hrsg.), Wiener Aktionismus 1960–1971, Klagenfurt 1989.
- Werkner, Patrik, Kunst in Österreich. 1945—1995, Wien 1996.
- Eder, Thomas und Klaus Kastberger (Hrsg.), Schluß mit dem Abendland! Wien 2000.
- Schmied, Wieland (Hrsg.), Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, Bd. 6: 20. Jahrhundert, hrsg. von Wieland Schmied, München 2002.
- Künstlerinnen – Positionen 1945 bis heute. Mimosen – Rosen – Herbstzeitlosen, Krems 2003.
- Schmied, Wieland (Hrsg.), Österreich 1900–2000. Konfrontationen und Kontinuitäten, Klosterneuburg 2000.
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