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Die Torheit der Regierenden: 5 Milliarden für den Koralmtunnel - aber Budgetkürzungen für Bildung, Forschung und Kunst
Rektor Bast fordert sofortige Umwidmung der für den Koralmtunnel vorgesehenen 5,2 Milliarden für Projekte zur Stimulierung von Innovation und Kreativität in den Bereichen Bildung, Forschung und Kunst
"Österreich betreibt geradezu das Gegenteil von zukunftsorientierter Politik!" wirft Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, den politischen Entscheidungsträgern vor: Während der mehr als 5 Milliarden teure und in dieser Form völlig überflüssige Eisenbahntunnel für die Koralmbahn durchgepeitscht und der Tunnelanstich feierlich zelebriert wird, kündigen Regierung und Parlament massive Budgetkürzungen für Bildung, Forschung und Kunst an. Dann kann man mit Hochgeschwindigkeitszügen zwischen den Metropolen Graz und Klagenfurt hin und her rasen. Nach Norden gehts leider etwas langsamer, weil da der Semmering (ohne Tunnel) dazwischen liegt. Würde Barbara Tuchmann noch leben, hätte sie damit ein weiteres Kapitel für eine Neuauflage ihres berühmten Buches Die Torheit der Regierenden.
In Zeiten wie diesen solche politischen Schwerpunktsetzungen zu machen ist mehr als absurd ? das ist zerstörerisch! Die Gefahr, dass Österreich und Europa, in den nächsten Jahrzehnten im globalen Wettbewerb zu Entwicklungsländern zu degenerieren, ist real. Diesem Schicksal können wir nur dann entgehen, wenn politische Entscheidungen getroffen werden, die nicht von Denkstrukturen des Industriezeitalters dominiert werden. Kreativität und Innovation sind die Schlüsselbegriffe und Schlüsselkriterien für die nächsten Jahrzehnte. Alle wissen das. Wir brauchen jetzt auch die notwendigen politischen Schwerpunktsetzungen.
"Wenn Österreich das Zeitalter von Kreativität und Innovation erleben will, dann müssen die Milliarden für das quantitativ und intellektuell dinosaurierhafte Koralmtunnel-Projekt sofort und zur Gänze umgewidmet werden für Projekte zur Stimulierung von Innovation und Kreativität in den Bereichen Bildung, Forschung und Kunst!" fordert Gerald Bast.