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ANGEWANDTE NEU - Architekt Tschapeller gewinnt Wettbewerb zur Sanierung und Erweiterung der Universität für angewandte Kunst Wien
7000 Quadratmeter großer Zubau - Verbindung des Areals mit Stadt
Vor kurzem wurde der Wettbewerb mit vorgelagerter Präqualifikationsstufe zur Findung einer architektonischen Lösung für die Erweiterung der Universität für angewandte Kunst Wien entschieden. Der Wiener Architekt Wolfgang Tschapeller hat sich mit seinem Projekt bei der prominent besetzten Jury - darunter Odile Decq, Peter Cook, Benedetta Tagliabue, Sanfort Kwinter, Klaus Kada und Carl Pruscha gegen 14, von der Jury aus mehr als 100 Bewerbungen ausgewählte Architekturbüros aus dem In- und Ausland durchgesetzt.
Mittlerweile ist auch die Einspruchsfrist abgelaufen. Das Ergebnis ist damit rechtskräftig. Jetzt beginnen die Vertragsverhandlungen zwischen dem Auslober des Wettbewerbs, der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), und dem Architekturbüro Wolfgang Tschapeller ZT GmbH.
Gegenstand des Wettbewerbs war Findung einer architektonischen Lösung zur Erweiterung der Universität für angewandte Kunst Wien am Oskar Kokoschka Platz 2. "Die Liegenschaft befindet sich im Einflussbereich der Weltkulturerbe-Zone und unterliegt den Einschränkungen der so genannten Schutzzone beziehungsweise den Restriktionen des Denkmalschutzes. Der rund 7000 Quadratmeter große Zubau stellt damit höchste Anforderungen an den künftigen Planer", sagt BIG Geschäftsführer Hans-Peter Weiss.
Die Jury unter Vorsitz von Carl Pruscha begründet ihre Entscheidung wie folgt: "Der Projektvorschlag sieht einen scheibenförmigen Zubau an der Hoffassade des Schwanzer-Traktes vor. Das Hofatelier und der Schwanzer-Verbindungstrakt werden entfernt. Die Öffnung zum öffentlichen Straßenraum am Oskar-Kokoschka-Platz ermöglicht eine ungehinderte Sicht auf den neuen Zubaukörper. [...] Die Stiegenhäuser des Schwanzer-Traktes werden zur Gänze entfernt und durch neue im Zubautrakt ersetzt. [...] Der Haupteingang wird an den Stubenring verlegt. Von diesem Eingang wird man in das Untergeschoss geleitet, das die interne Verteilerebene darstellt. Im 1. Untergeschoß werden weitläufige Bewegungs- und Kommunikationsflächen, Hörsäle, die Mensa, Werkstätten und zum Teil Studioflächen angeboten. Tageslichtbezug im 1. Untergeschoß wird mittels Oberlichten bewerkstelligt. . [?] Der Schwanzer-Trakt erhält ein Dachgeschoß in Form eines Staffelgeschoßes. Mit der vorgeschlagen Intervention gelingt die räumliche und visuelle Verbindung des Universitätsgeländes mit dem umgebenden Stadtraum und sie generiert hochwertige Frei- und Kommunikationsräume. Die neue Fassade und der offene Hof werden als lebendige und dynamische Flächen für Universität und Stadt fungieren."
Gerald Bast, der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien freut sich, dass mit der nun vorliegenden Juryentscheidung alle Voraussetzungen vorliegen, um die längst fällige Sanierung und Erweiterung der Angewandten, die Anfang 2017 ihr 150-jähriges Jubiläum feiern wird, in Angriff zu nehmen:
"Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam mit Organisationsberatern, Ziviltechnikern, der BIG und dem Wissenschaftsministerium intensive Vorarbeiten geleistet:
Der sicherheitstechnische und infrastrukturelle Sanierungsbedarf des aus den 1960er-Jahren stammenden Schwanzer-Traktes wurde analysiert. Der aus dem Anstieg der Studierendenzahlen und Studienangebote resultierende zusätzliche Flächenbedarf wurde konkretisiert. Auch eine Reihe von Alternativstandorten (darunter die Donauplatte) wurde geprüft. Mit der Entscheidung für die Sanierung und erweiterung des Standortes Oskar Kokoschka Platz und dem nun von der Jury ausgewählten Projekt wird die Universität für angewandte Kunst als zukunftsorientiertes Bildungs- und Forschungszentrum in Zukunft noch besser als bisher dazu beitragen können, dass Wien - und insbesondere die zunehmend von Hotels, Büros und historischen Touristenattraktionen dominierte Innenstadt - als lebendiger Ort der aktiven Auseinandersetzung mit aktueller, Kunst- und Kultur international Beachtung findet. - Wenn Österreich sich weiter als Kulturstaat und Wien als Kulturstadt positionieren will, dann braucht es Infrastruktur zur Pflege des kulturellen Nachwuchses mindestens so dringend, wie die historische Substanz! Wenn alles abläuft, wie geplant, dann kann die Angewandte die Vorbereitungen für ihre 150-Jahr Feier, die Anfang 2017 stattfinden wird, schon in den neuen Räumen treffen und mit der Feier ein Zeichen setzen, dass eine Institution mit großer Tradition auch nach 150 Jahren ihrem Gründungsanspruch in zeitgenössischer Interpretation verpflichtet ist: Mit künstlerischer Innovation und Intervention Wirkung zu entfalten auf Gesellschaft und Wirtschaft.
Die dem Wettbewerb zugrundeliegenden Baukosten (netto, Preisbasis 2010) betragen rund 46 Millionen Euro. Mit dem Baubeginn rechnet Rektor Bast in der zweiten Hälfte 2013.
Das Siegerprojekt und die 14 weiteren eingereichten Projekte werden im Rahmen einer Ausstellung, die von der Angewandten organisiert wird, der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 8. März 2012 um 19.30 Uhr im MAK statt. Die Projekte werden bis zum 25. März zu sehen sein.
Das Siegerprojekt
Architekturbüro Wolfgang Tschapeller ZT GmbH
Der Projektvorschlag sieht einen scheibenförmigen Zubau an der Hoffassade des Schwanzer-Traktes vor. Das Hofatelier und der Schwanzer-Verbindungstrakt werden entfernt. Die Öffnung zum öffentlichen Straßenraum am Oskar-Kokoschka-Platz ermöglicht eine ungehinderte Sicht auf den neuen Zubaukörper. In seinen Grundzügen stellt der neue Zubau eine ergänzende Gebäudescheibe dar, die durch eine aufwendig in Szene gesetzte interne Erschließung (Erschließungstreppen-Boulevard quer durch den Zubau führend) sowie Erker in Kugel und Kegelform expressiv ausgestaltet ist. Die Stiegenhäuser des Schwanzer-Traktes werden zur Gänze entfernt und durch neue im Zubautrakt ersetzt.
Der Schwanzer-Trakt wird nach dem Entfall des oberirdischen Schwanzer-Verbindungstraktes nun im 1. Untergeschoß an den Ferstel-Trakt angebunden. Der Haupteingang wird an den Stubenring verlegt. Von diesem Eingang wird man in das Untergeschoss geleitet, das die interne Verteilerebene darstellt. Im 1. Untergeschoß werden weitläufige Bewegungs- und Kommunikationsflächen, Hörsäle, die Mensa, Werkstätten und zum Teil Studioflächen angeboten. Tageslichtbezug im 1. Untergeschoß wird mittels Oberlichten bewerkstelligt.
Die Bibliothek wird im 1. Obergeschoß des Schwanzer-Traktes vorgeschlagen. Die weiteren Obergeschoße des Schwanzer-Traktes sind Studioflächen vorbehalten.
Der Schwanzer-Trakt erhält ein Dachgeschoß in Form eines Staffelgeschoßes.
Mit der vorgeschlagen Intervention gelingt ein die räumliche und visuelle Verbindung des Universitätsgeländes mit dem umgebenden Stadtraum und sie generiert hochwertige Frei- und Kommunikationsräume. Die neue Fassade und der offene Hof werden als lebendige und dynamische Flächen für Universität und Stadt fungieren. Die Neudefinition des Hofes schafft sowohl auf Erdgeschoßniveau als auch im 1. Untergeschoß einen hochwertigen Raum für Begegnung und universitäre Interaktion.
Der Lösungsvorschlag stellt ein großes Versprechen für die zukünftige Bildungsarbeit in den Bereichen Kunst und Architektur dar.
Die Realisierungsmöglichkeit wird bei diesem Projekt als eine sehr hohe eingestuft.
Rückfragen
Mag. Ernst Eichinger, MBA, MRICS
Leiter Konzernkommunikation
Bundesimmobiliengesellschaft (BIG)
T: +43(0)50244 - 1350
Mag. Anja Seipenbusch-Hufschmied
Leiterin: Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement
Universität für angewandte Kunst Wien
T: +43 01 711 33 - 2160



























